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    EU macht Bosnien-Herzegowina zum Beitrittskandidaten

    Keystone-SDA
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    Belgien,

    Bosnien-Herzegowina ist neu ein Beitrittskandidat für die Europäische Union. Die Entscheidung fiel am Donnerstag bei einem Gipfeltreffen in Brüssel.

    Bosnien und Herzegowina
    Die Flaggen von Bosnien und Herzegowina und der EU. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bosnien-Herzegowina ist neu ein EU-Beitrittskandidat.
    • Das wurde an einem Gipfeltreffen in Brüssel beschlossen.
    • Zum Beitritt müssen aber zunächst noch verschiedene Auflagen erfüllt werden.

    Die Europäische Union hat das Balkanland Bosnien-Herzegowina offiziell in den Kreis der Beitrittskandidaten aufgenommen. Eine entsprechende Entscheidung trafen Bundeskanzler Olaf Scholz und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten am Donnerstag bei einem Gipfeltreffen in Brüssel, wie ein EU-Beamter und mehrere Diplomaten bestätigten.

    Eine entsprechende Empfehlung hatten am Dienstag bereits die Europaminister der EU-Staaten abgegeben. Grund war auch die Sorge, dass Bosnien-Herzegowina sich ansonsten verstärkt in Richtung Russland oder China orientieren könnte.

    Scholz
    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, l), spricht während eines bilateralen Treffens beim EU-Gipfel in Brüssel mit Sefik Dzaferovic, Vorsitzender der Präsidentschaft von Bosnien und Herzegowina. Foto: Geert Vanden Wijngaert/Pool AP/dpa - sda - Keystone/Pool AP/Geert Vanden Wijngaert

    Bereits im Juni hatten die EU-Staaten nach einer Empfehlung der Kommission die Ukraine und Moldau offiziell zu Kandidaten für den EU-Beitritt ernannt. Beitrittsverhandlungen sollen aber erst nach der Erfüllung von Reformauflagen beginnen. Dieses Vorgehen soll es nun auch für das rund 3,3 Millionen Einwohner zählende Balkanland Bosnien-Herzegowina geben.

    Vor allem EU-Staaten wie Österreich hatten im Zuge der Entscheidung für die Ukraine und Moldau darauf gedrungen, bei Bosnien-Herzegowina ebenfalls diesen Weg zu gehen. Dem Land wurde bereits 2003 der EU-Beitritt in Aussicht gestellt, 2016 reichte es offiziell einen Aufnahmeantrag ein. 2019 wurde dann allerdings entschieden, dass das Land erst dann den Beitrittskandidatenstatus bekommen soll, wenn es 14 Reformauflagen erfüllt hat. Die EU-Kommission betonte zuletzt, für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen sei weiter entscheidend, dass die Auflagen erfüllt werden.

    Nur Kosovo noch kein Beitrittskandidat

    Von den sechs Westbalkanstaaten ist damit ab sofort nur noch die Republik Kosovo nicht Beitrittskandidat. Das Land hat allerdings in dieser Woche offiziell einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union gestellt. Für den jüngsten Staat Europas war es ein eher symbolischer Akt: Die EU-Mitgliedschaft ist für das seit 2008 unabhängige Land derzeit nicht in Reichweite. Haupthindernis bei der EU-Annäherung ist, dass fünf EU-Länder – Spanien, Rumänien, die Slowakei, Griechenland und Zypern – das Kosovo nicht anerkennen.

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