Erster Anlauf zur Regierungsbildung in Bulgarien gescheitert

    Keystone-SDA
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    Bulgarien,

    Der bulgarischen Partei GERB ist es nicht gelungen, eine neue Regierung zu bilden. Nun wird die zweitstärkste Partei mit der Regierungsbildung beauftragt.

    Rücktritt von Borissow angenommen
    Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow beim EU-Gipfel. In Bulgarien hat das Anfang April neu gewählte Parlament erwartungsgemäss den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow angenommen. (Archiv) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bulgariens stärkste Partei ist mit einer ersten Regierungsbildung gescheitert.
    • Fünf Parteien bildeten ein «Anti-Borissow-Lager», um die GERB politisch zu isolieren.
    • Staatschef Radew wird nun die zweitstärkste Partei mit der Regierungsbildung beauftragen.

    In Bulgarien ist nach der Wahl Anfang April die stärkste Partei GERB des scheidenden Ministerpräsidenten Boiko Borissow mit der Bildung einer proeuropäischen Regierung gescheitert.

    Wegen fehlender Unterstützung anderer Parteien gab der von Borissow als Regierungschef vorgeschlagene Ex-Aussenminister Daniel Mitow am Freitag den Regierungsauftrag an Staatschef Rumen Radew zurück. Bulgarien brauche ein «stabiles und solides Kabinett» angesichts der Covid-Pandemie und der komplizierten geopolitischen Situation, sagte Mitow. Die GERB gehört im Europaparlament zur EVP.

    GERB verfehlte die Mehrheit

    «Wir haben (bei den angesprochenen Parteien) keine Unterstützung und sogar keinen Gesprächswillen gefunden», erklärte GERB-Fraktionschefin Dessislawa Atanasowa. Bei der Wahl am 4. April wurde die GERB mit 26 Prozent der Stimmen in dem EU- und Nato-Mitgliedsland wieder stärkste Partei.

    Mit 75 Sitzen verfehlte sie in dem 240-Abgeordneten-Parlament mit sechs Parteien die Mehrheit. Fünf Parteien bildeten ein «Anti-Borissow-Lager», um die GERB als «toxische Partei» politisch zu isolieren. Sie werfen der seit 2009 mit kurzer Unterbrechung regierenden bürgerlichen Partei Korruption vor.

    Protestpartei soll nun Regierung bilden

    Staatschef Radew sagte, er werde in den kommenden Tagen die zweitstärkste Partei mit der Bildung der neuen Regierung beauftragen. Dies ist die populistische Protestpartei «Es gibt so ein Volk» ITN (17,6 Prozent, 51 Sitze) des Entertainers Slawi Trifonow. Er steht wegen einer Covid-19-Erkrankung unter Quarantäne und hat sich noch nicht zu seinen Regierungsplänen geäussert.

    Rumen Radew Bojko Borissow
    Der bulgarische Präsident Rumen Radew spricht am europäischen Sitz der Uno in Genf. - Keystone

    Die konservativ-liberal-grüne Koalition Demokratisches Bulgarien DB (9,4 Prozent, 27 Sitze) und «Richte dich auf! Mafiosi raus» (4, Prozent, 14 Sitze) sagten als Protestparteien Trifonows «Es gibt so ein Volk» bereits ihre Unterstützung für eine Regierung zu. Gespräche darüber sollen inoffiziellen Informationen zufolge bereits laufen.

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