Erneut führende Köpfe der Opposition vor Wahlen in Moskau festgenommen

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Russland,

Wenige Tage vor der Kommunalwahl in Russland hat die Polizei mehrere führende Vertreter der Opposition vorübergehend festgenommen.

Ljubow Sobol
Die russische Oppositionelle Ljubow Sobol. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Nacht auf Dienstag wurden in Moskau führende Köpfe der Opposition festgenommen.
  • Unter ihnen befinden sich Journalisten, Politiker und Blogger.
  • Am Sonntag finden in Russland die Kommunalwahlen statt.

Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Betroffenen in der Nacht zum Dienstag. Zu den Festgenommenen zählen der Journalist Ilja Asar von der oppositionellen Zeitung «Nowaja Gaseta». Auch Nikolai Ljaskin und die Anwältin Ljubow Sobol, zwei Verbündete des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny wurden inhaftiert.

Asar, Ljaskin und Sobol müssen sich wegen der Organisation nicht genehmigter Demonstrationen vor Gericht verantworten. Sie wurden zunächst wieder auf freien Fuss gesetzt.

Ljubow Sobol
Die Anwältin Ljubow Sobol wird am 3. August festgenommen. - AP Photo/Dmitry Serebryakov

Asar und Sobol sollten bereits am Dienstag vor dem Richter erscheinen. Asar gab über den Messengerdienst Telegram bekannt, dass seine einjährige Tochter bei der Festnahme von der Polizei unbeaufsichtigt zurückgelassen worden sei.

Kommunalwahl steht kurz bevor

Die Kommunalwahl in Russland findet am Sonntag statt. Seit Mitte Juli gab es nahezu an jedem Wochenende Kundgebungen gegen den Ausschluss oppositioneller Kandidaten von der Wahl zum Moskauer Stadtparlament.

Alexej Nawalny
Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny. - Pavel Golovkin/AP/dpa

Am vergangenen Samstag beteiligten sich hunderte Menschen an einem «Marsch gegen politische Unterdrückung», zu dem Nawalny aufgerufen hatte. Die Polizei nahm bei den Kundgebungen der vergangenen Monate tausende Menschen fest und ging teils gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

Ein Moskauer Bezirksgericht verurteilte am Dienstag den Blogger Wladislaw Siniza zu fünf Jahren Straflager, weil er in einer Twitter-Kurzbotschaft Angriffe auf Kinder von Sicherheitskräften nahegelegt hatte. Russische Nachrichtenagenturen meldeten, Siniza sei des Extremismus und der Verbreitung von Hassbotschaften für schuldig befunden worden.

Russland
Am Wochenende demonstrierten Tausende für freie Wahlen demonstriert. - dpa

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