Vor Pakistan-Reise: JD Vance warnt Iran vor Täuschungsversuchen
Im Nahen Osten herrscht ein brüchiger Waffenstillstand. Israel greift weiter Ziele im Libanon an, der Iran schloss die Strasse von Hormus erneut.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran und die USA haben sich auf eine Feuerpause und Verhandlungen geeinigt.
- Israel sieht den Libanon nicht inkludiert und greift weiter Hisbollah-Ziele an.
- Die beiden Parteien wollen nächste Woche miteinander verhandeln.
- Mit dem Ticker von Nau.ch verpasst du keine neue Entwicklung im Nahen Osten.
In der Nacht auf Mittwoch einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen. Am Samstag will sich eine US-Delegation um JD Vance mit iranischen Vertretern in Pakistan treffen.
Teil der Waffenruhe ist die Öffnung der Strasse von Hormus. Doch Teheran hat diese am Mittwoch wieder geschlossen. Gleichzeitig droht das Regime wegen der anhaltenden israelischen Angriffe auf den Libanon mit dem Ausstieg aus der Feuerpause. Nächste Woche wollen Beirut und Jerusalem verhandeln.
Der Iran ist der Ansicht, dass die Waffenruhe auch für den Libanon gilt. Israel hingegen teilt mit, dass das Abkommen nur den Konflikt zwischen den USA und dem Iran betrifft. Deswegen werden die heftigen Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Libanon fortgeführt.
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.
Hisbollah-Chef: Machen weiter «bis zum letzten Atemzug»
15.32: Hisbollah-Chef Naim Kassim hat erneut die Kampfbereitschaft der Organisation betont. «Der Widerstand wird bis zum letzten Atemzug weitermachen», hiess es in einer im Fernsehen verlesenen Rede Kassims.
Israel sei es in 40 Jahren nicht gelungen, die Hisbollah davon abzuhalten, Raketen, Drohnen und andere Geschosse auf sein Gebiet abzufeuern. Die israelischen Waffen und Bedrohungen schüchterten die Hisbollah nicht ein.

«Wir sind die rechtmässigen Besitzer dieses Landes», sagte er mit Blick auf das Vorrücken der israelischen Truppen im Südlibanon. «Wir werden unsere Souveränität wieder herstellen und den Besatzer vertreiben.»
Kassim forderte die libanesische Regierung dazu auf, «keine Zugeständnisse» zu machen. Am Donnerstagabend war bestätigt worden, dass Israel und der Libanon in der kommenden Woche in Washington direkt miteinander verhandeln wollen.
Nach israelischen Angaben sollen sich die Gespräche auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren.
Wieder gegenseitige Angriffe zwischen Hisbollah und Israel
15.17: Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.
Die Hisbollah feuerte im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt.
Am Morgen war Berichten zufolge bereits ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt worden. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamierte mehrere Raketenangriffe für sich.
Vor Pakistan-Reise: JD Vance warnt Iran vor Täuschungsversuchen
15.04: US-Vizepräsident JD Vance sagte vor seiner Reise nach Pakistan vor Reportern in Washington D.C., Präsident Donald Trump habe «ziemlich klare Leitlinien» dafür gegeben, wie die Verhandlungen mit dem Iran anzugehen seien.
Er hat Teheran dazu ermahnt, die Gespräche mit den USA ernst zu nehmen.
Er fügte hinzu, dass er sich auf die Gespräche freue. «Wenn die Iraner bereit sind, in gutem Glauben zu verhandeln, sind wir sicherlich bereit, ihnen eine offene Hand zu reichen», sagte er gegenüber den Reportern.

«Wenn sie versuchen, uns auszutricksen, werden sie feststellen, dass das Verhandlungsteam nicht besonders aufgeschlossen ist.»
Der Vizepräsident war auch um Zuversicht bemüht: Man freue sich auf die Verhandlungen, betonte er. Trump habe seinem Verhandlungsteam einige sehr klare Richtlinien gegeben. Man werde sich bemühen, gute Verhandlungen zu führen.
Iran: Rund 125'000 zivile Einrichtungen im Krieg beschädigt
12.30: Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 125'000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden.
Darunter seien etwa 100'000 Wohnungen und mindestens 23'500 Geschäfte, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, im iranischen Staatsfernsehen.
Neben Wohn- und Geschäftsvierteln seien im Krieg auch zahlreiche andere zivile Einrichtungen getroffen worden. Koliwand zufolge wurden etwa 339 medizinische Einrichtungen, darunter Spitäler, Apotheken, Notfallzentren und Labore bei den Luftangriffen beschädigt. Ausserdem seien 32 Universitäten getroffen worden. 857 Gebäude von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen seien gezielt attackiert worden, sagte Koliwand.
Hormus und Libanon: Streit vor Verhandlungen für Kriegs-Ende
09.51: Kurz vor den geplanten Verhandlungen in Islamabad zwischen dem Iran und den USA ist die Teilnahme des Irans ungewiss, da Teheran fordert, dass die Waffenruhe auch für den Libanon gilt und Gespräche aussetzt, solange Israel dort angreift.
In Pakistan sind zunächst Expertengespräche geplant, gefolgt von einem möglichen Treffen der Verhandlungsführer am Wochenende. Zentrale Streitpunkte bleiben Irans Atomprogramm und seine ballistischen Raketen.
Die iranische Nachrichtenagentur Mehr dementierte Berichte, nach denen bereits eine iranische Delegation in Islamabad eingetroffen sei.

Israel setzt seine Angriffe auf die Hisbollah fort. Im Gegenzug feuerte auch die Hisbollah am Morgen Geschosse auf den Norden Israels ab. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betonte, die Waffenruhe gelte nicht für den Libanon, kündigte jedoch Gespräche in Washington, D.C. an.
US-Präsident Donald Trump erklärte, Netanyahu habe zugesagt, die Angriffe im Libanon zu reduzieren.
Britischer Premierminister Keir Starmer kritisiert Trump scharf
08.50: Der britische Premierminister Keir Starmer übt scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump.
In einem Interview mit dem Podcast «Talking Politics» des britischen Fernsehsenders ITV machte er Trump für die schwankenden Energiepreise verantwortlich. Diese belasten sowohl Familien als auch Unternehmen in Grossbritannien.

Starmer äusserte sich frustriert über die Auswirkungen der Politik von Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. «Ich habe es satt, dass wegen der Handlungen von Putin oder Trump Familien im ganzen Land ihre Rechnungen für Energie steigen und fallen sehen», sagte Starmer laut ITV.
Irans früherer Aussenminister Charrasi getötet
01.58: Der frühere iranische Aussenminister Kamal Charrasi ist Behördenangaben zufolge nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen. Der Leiter des Strategischen Rats für Auswärtige Beziehungen sei vor einigen Tagen bei einem israelisch-amerikanischen Luftangriff verwundet worden und sei nun ein Märtyrer, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Charrasi war von 1997 bis 2005 Aussenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medienberichten zufolge den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei, der zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran getötet worden war.
Trump: Iran hält sich bei Strasse von Hormus nicht an Deal
01.55: Der Iran hält sich nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump nicht an das Abkommen für eine befristete Waffenruhe, das eine Öffnung der Strasse von Hormus für die Schifffahrt vorsieht.
Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge «sehr schlechte Arbeit», die man auch als «unredlich» bezeichnen könne, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er kritisierte weiter: «Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!»

Rund eine Stunde zuvor hatte Trump bereits auf Truth Social gepostet, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser «jetzt damit aufhören!».
Israel greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an
01.44: Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Bei der Attacke seien etwa zehn Abschussrampen getroffen worden, von denen aus zuvor Geschosse auf den Norden Israels abgefeuert worden seien, teilte das Militär mit.
Vor Iran-Treffen: Israel kritisiert Äusserungen von Vermittler Pakistan
00.56: Kurz vor Beginn der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Beilegung des Kriegs hat Israel den Vermittler Pakistan scharf kritisiert. Auslöser waren Äusserungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif auf der Plattform X, in denen er Israel als «Fluch für die Menschheit» und Krebsgeschwür bezeichnete.











