Bundespolizei

Drohnenabwehreinheit der deutschen Bundespolizei wird viel grösser

Keystone-SDA
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Deutschland,

Nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle soll die neue Drohnenabwehreinheit von Deutschlands Bundespolizei deutlich grösser werden als bisher geplant.

Drohne
Eine Drohne hat eine kleinere Drohne gefangen. - keystone

Innenministerin Alexander Dobrindt werde eine Weisung an die Bundespolizei geben, wonach die Einheit auf 300 Kräfte anwachsen soll, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Statt vier Standorten seien nunmehr acht Standorte geplant, «um schnell und flexibel bei Bedarf vor Ort zu sein». «Bild» hatte über die geplante Erweiterung berichtet.

Am späten Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Zudem war ein Flugzeug mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt kollidiert – möglicherweise eine zweite Drohne.

Die Bundesanwaltschaft, Deutschlands oberste Anklagebehörde, ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Zu Fortschritten bei den Ermittlungen und möglichen Verbindungen zu früheren Operationen mit Bezügen zu Russland äusserte sich die deutsche Regierung nicht. Überzeugt ist man in Sicherheitskreisen aber schon jetzt, dass die Drohne von einem Profi mit technischem Sachverstand umgebaut wurde.

Im Juli 2024 hatte sich im DHL-Logistikzentrum in Leipzig ein Luftfrachtpaket entzündet. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert war. Deutschland entging damals vermutlich nur knapp einem Flugzeugabsturz. Es sei einem Zufall zu verdanken, dass das Paket nicht während des Fluges in Brand geraten sei, so der damalige Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang.

Als Reaktion auf die gestiegene Bedrohung – vor allem durch Russland – hat Dobrindt im Dezember 2025 eine neue Einheit in Dienst gestellt, die unbemannte Luftfahrzeuge aufspüren, abfangen und gegebenenfalls auch abschiessen soll. Die Kräfte sind an Flughäfen, in der deutschen Hauptstadt Berlin und landesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert, um möglichst rasch am Einsatzort sein zu können.

Die neue Einheit werde in der Anfangsphase aus rund 60 Bundespolizisten bestehen und solle rasch auf 130 Spezialkräfte anwachsen, hiess es im Dezember. Sie werde unter anderem KI-gestützte Störsysteme und automatische Abfangdrohnen einsetzen. Ausserdem solle die neue Einheit in Amtshilfe die Polizeien der Bundesländer unterstützen, wenn dies nötig ist, und entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Ein neues Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Bundesländern, das Anfang des Jahres die Arbeit aufgenommen hat, hat unter anderem der Austausch von Expertise und ein abgestimmtes Handeln in der Abwehr von Drohnen zum Ziel.

Kommentare

User #5039 (nicht angemeldet)

Hihi aber 4 Stunden beobachtet und nichts ist passiert? Zünder defekt Von Hand runtergeholt Alles klar Ist schon Weihnachten? Oder glaubt ihr das wirklich?

User #4846 (nicht angemeldet)

Eigentlich ist das seit Beginn des Ukrainekrieges 2022 sonnenklar. Gut, dass unsere deutschen Nachbarn doch noch den Sinn von üppiger Drohnenabwehr erkennen. Und wir Schweizer?

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