Digitale Krankmeldung soll bald «gelben Schein» ablösen

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Der «gelbe Schein» zur Krankmeldung soll bald der Vergangenheit angehören.

    Digital: Sprechstunde und Krankenschein gehen online
    Digital: Sprechstunde und Krankenschein gehen online - dpa/dpa/picture-alliance

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bürokratieabbau-Gesetz enthält auch Alternative zum Meldeschein im Hotel .

    Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch einen Gesetzentwurf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zum Bürokratieabbau, der ab 2021 ein elektronisches Meldeverfahren anstelle der bisherigen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung vorsieht. Altmaiers Gesetz beinhaltet zudem eine digitale Alternative zum Meldeschein im Hotel sowie Vereinfachungen für Steuerpflichtige und Existenzgründer.

    Ab 2021 sollen die gesetzlichen Krankenkassen den Arbeitgeber auf Abruf elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers sowie über den Zeitpunkt des Auslaufens der Entgeltfortzahlung informieren.

    Ein bereits beschlossenes Gesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht zudem vor, dass die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen ab 2021 von den behandelnden Ärzten an die Krankenkassen nur noch digital geschickt werden sollen. Dadurch werden die Patienten entlastet. Bislang müssen die Versicherten die Bescheinigung sowohl an den Arbeitgeber als auch an die Kasse in Papierform schicken.

    Weiteres Element von Altmaiers Bürokratieentlastungsgesetz ist eine Alternative zu den Meldescheinen im Hotelgewerbe: Optional wird künftig ein digitales elektronisches Meldeverfahren zur Verfügung stehen, bei dem die eigenhändige Unterschrift durch ein anderes sicheres Verfahren ersetzt wird - in Verbindung mit den Vorgaben der Zahlungsdiensterichtlinie oder den elektronischen Funktionen des Personalausweises.

    Zudem enthält der Gesetzentwurf Erleichterungen zur Aufbewahrung der Daten von Steuerpflichtigen. Künftig reicht es aus, wenn diese nach einem Systemwechsel oder einer Datenauslagerung einen Datenträger mit den gespeicherten Steuerunterlagen fünf Jahre lang vorhalten.Ausserdem müssen Gründer zukünftig nur noch vierteljährlich ? statt wie bisher monatlich ? ihre Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Damit wird eine wichtige Zusage aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt.

    «Die Unternehmen werden um mehr als eine Milliarde Euro im Jahr entlastet», erklärte Altmaier. «Wir dürfen uns auf diesem Erfolg aber nicht ausruhen.» Das Bürokratieentlastungsgesetz sei ein erster wichtiger Schritt, Bürokratieabbau sei aber eine Daueraufgabe.

    Die FDP kritisierte das Gesetz als unzureichend. «Altmaier bleibt den grossen Wurf beim Bürokratieabbau schuldig», erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Reinhard Houben. Die Wirtschaft benötige «echten Bürokratieabbau» - das bedeute Erleichterungen bei den Mindestlohndokumentationspflichten und bei Aufbewahrungsfristen, Vereinfachungen bei Unternehmensgründungen sowie beim Vergaberecht.

    Kommentare

    Weiterlesen

    flydubai copilot
    15 Interaktionen
    Passagier berichtet
    Brasilien Wahl
    14 Interaktionen
    Brasilien-Wahl

    MEHR IN POLITIK

    22 Interaktionen
    Kiew
    2 Interaktionen
    Zug
    10 Interaktionen
    Paris

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    schokolade
    215 Interaktionen
    Wie geht das?
    Merz weidel
    120 Interaktionen
    Neue Umfrage