Chiles Präsident Piñera kündigt Verfassungsreferendum für den 26. April an

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    Chile,

    Der chilenische Präsident Sebastián Piñera hat für den 26. April ein Verfassungsreferendum angekündigt.

    Chiles Präsident Piñera bei einer Ansprache im Oktober
    Chiles Präsident Piñera bei einer Ansprache im Oktober - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Tausende Demonstranten setzen sich in Santiago gegen Polizei durch.

    Die Bevölkerung des südamerikanischen Landes soll darüber entscheiden, ob die Verfassung aus der Zeit des Diktators Augusto Pinochet (1973-90) ersetzt wird und welches Gremium eine neue Verfassung ausarbeiten soll, wie Piñera am Freitag erläuterte. Über die Annahme des Entwurfs solle dann in einem weiteren Referendum entschieden werden.

    Die Forderung nach einer Änderung der Verfassung gehört zu den zentralen Anliegen der seit Mitte Oktober anhaltenden Massenkundgebungen in Chile, bei denen inzwischen 26 Menschen getötet wurden.

    «Ich möchte alle unsere Landsleute mit grosser Freude und Begeisterung aufrufen, an der Volksabstimmung teilzunehmen», sagte Piñera. Ausser über eine neue Verfassung solle die Bevölkerung auch darüber abstimmen, wer sie ausarbeitet: Möglich sei ein reines Parlamentsgremium oder ein Gremium, das sich zur Hälfte aus Abgeordneten und zur Hälfte aus direkt gewählten Vertretern zusammensetze.

    In jeder Gesellschaft gebe es «legitime» Meinungsverschiedenheiten, sagte Piñera. «Aber die zivilisierten Gesellschaften lösen sie im Rahmen der Verfassung und nicht ausserhalb».

    In der Hauptstadt Santiago de Chile lieferten sich tausende Demonstranten und starke Polizeieinheiten am Freitag erneut gewalttätige Auseinandersetzungen. Am Nachmittag vertrieben die Polizeikräfte unter Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas die Demonstranten von der Plaza Italia, dem Schauplatz zahlreicher Grosskundgebungen der vergangenen Wochen. Nach zwei Stunden besetzten jedoch tausende von Demonstranten den Platz, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

    Am Rande der Proteste brach in dem Kulturzentrum Cine Arte Alameda ein Feuer aus. Augenzeugen sagten, die Polizei habe zuvor Tränengasbomben auf das Gebäude geworfen. Eine offizielle Erklärung lag dazu zunächst nicht vor. Der Brand wurde nach etwa einer Stunde gelöscht, das Gebäude war allerdings bereits weitgehend zerstört.

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