Für humanitäre Hilfe im Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien will die Bundesregierung einem Bericht zufolge deutlich mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.
Weisshelme bergen Kind nach Luftangriff in Idlib (Archivfoto)
Weisshelme bergen Kind nach Luftangriff in Idlib (Archivfoto) - AFP/Archiv

Die «Neue Osnabrücker Zeitung» (Montagsausgabe) berichtete unter Berufung auf das Auswärtige Amt, die Bundesregierung habe bei der Geberkonferenz im vergangenen Jahr 1,6 Milliarden Euro für Syrien und die Nachbarländer in der Region zugesagt und plane für dieses Jahr «eine Zusage substanzieller Mittel in vergleichbarer Höhe».

Am Montag beginnt eine von der EU und der UNO organisierte Konferenz zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge. Am ersten Tag stehen per Video-Schalte Gespräche mit Vertretern von Zivilgesellschaft, Hilfsorganisationen und Nachbarländern auf dem Programm, die Millionen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland beherbergen. Die eigentliche Geberkonferenz auf Ministerebene findet am Dienstag statt. Vergangenes Jahr hatte die Konferenz Hilfszusagen von 6,9 Milliarden Euro erbracht. Es ist nun die fünfte derartige Veranstaltung.

Das Auswärtige Amt plant laut «NOZ», an der Unterstützung der syrischen Hilfsorganisation Weisshelme festzuhalten. Im vergangenen Jahr unterstützte Deutschland die zivilen Helfer mit 5,1 Millionen Euro, und «auch in diesem Jahr beabsichtigt die Bundesregierung, die Weisshelme in vergleichbarer Höhe wie in 2020 zu unterstützen», berichtete die Zeitung unter Berufung auf Angaben aus dem Auswärtigen Amt.

Durch «regelmässige Gespräche, enge Koordinierung und den Einsatz einer etablierten Mittlerorganisation» sei sichergestellt, dass die Mittel für den vorgesehenen Zweck verwendet würden. In der Vergangenheit hätten die Weisshelme «die an sie überwiesenen Gelder nach Kenntnis der Bundesregierung zu jedem Zeitpunkt dem Verwendungszweck entsprechend eingesetzt», hiess es laut «NOZ» aus dem Aussenministerium.

Aus Sicht der Bundesregierung nähmen die syrischen Weisshelme «weiterhin eine zentrale Rolle beim Schutz der Bevölkerung im Nordwesten Syriens ein», hiess es demnach weiter. Sie retteten regelmässig Menschenleben, vor allem durch Bergungsarbeiten nach Luftangriffen, die in Nordsyrien weiterhin stattfinden. Darüber hinaus unterstützten die zivilen Helfer die Versorgung der Bevölkerung mit Basisdienstleistungen, etwa im Gesundheitsbereich.

Zudem seien «für die zukünftige strafrechtliche Aufarbeitung des Konflikts» die bei den humanitären Einsätzen, wie etwa nach Angriffen, gesammelten Informationen «von grosser Bedeutung und können langfristig einen Beitrag zu nachhaltigem Frieden leisten», hiess es der Zeitung zufolge im Auswärtigen Amt.

Im Jahr 2016 hatte die Hilfsorganisation Weisshelme den alternativen Nobelpreis erhalten. Russland kritisierte die Organisation als «Bedrohung» und Propagandainstrument der Anti-Assad-Koalition.

Seit dem Beginn des Syrien-Konflikts 2011 wurden mehr als 388.000 Menschen getötet. 6,7 Millionen Menschen wurden nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks im Land selbst aus ihrer Heimat vertrieben. Weitere 6,6 Millionen Syrer flohen ins Ausland, vor allem in die Nachbarländer Türkei, Libanon und Jordanien. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 waren hunderttausende Menschen aus Syrien auch nach Europa geflüchtet.

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