Die belarussische Regierung hat laut eigenen Angaben bereits 118 Migranten aus der Grenzregion zurückgeführt und in ihre Heimatländer geflogen.
Migranten im belarussisch-polnischen Grenzgebiet
Migranten im belarussisch-polnischen Grenzgebiet - BELTA/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Belarus hat am Montag 118 Migranten mit dem Flugzeug zurückgeführt.
  • Diese Woche seien noch weitere Flüge geplant – der Zielort ist jedoch unbekannt.
  • Lukaschenko weist die Vorwürfe der EU weiterhin zurück.

Belarus setzt nach eigenen Angaben die Rückführung von Migranten aus der Grenzregion zu Polen fort. 118 Menschen hätten das Land am Montag über den Hauptstadtflughafen in Minsk verlassen. Dies sagte ein Vertreter des Innenministeriums laut der staatlichen Nachrichtenagentur Belta am Dienstag. Eine weitere Gruppe sollte demnach am Dienstag folgen.

Die EU bereitete derweil in dem Flüchtlingskonflikt mit Belarus weitere Sanktionen vor. Die Frage nach den Zielorten der Flüge liess der Vertreter des Innenministeriums unbeantwortet. Er sagte jedoch, dass die Botschaften mehrerer Länder – darunter Syrien und Irak – Rückführungsflüge für Bürger organisierten.

Belarus unterstützt rückkehrwillige Migranten

Die belarussischen Behörden unterstützten rückkehrwillige Migranten bei der Erledigung ihrer Papiere, sagte der Beamte. Die Behörden arbeiteten auch mit der UN-Migrationsagentur IOM sowie dem UN-Flüchtlingswerk UNHCR zusammen. Dies, um die Menschen aus dem Grenzgebiet zur EU zu bringen.

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Die Lage um Migranten an Grenze Belarus-Polen eskaliert. - Twitter

Die EU wirft der Regierung des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko vor, die Migranten absichtlich ins Land geholt zu haben. Anschliessen wolle er sie über die Grenze in die EU zu schicken. Brüssel zufolge will Lukaschenko damit Rache für EU-Sanktionen üben.

Die EU-Aussenminister hatten vor gut einer Woche eine weitere Verschärfung der Sanktionsvorgaben beschlossen. Damit kann die EU nun auch «die Instrumentalisierung von Migranten für politische Zwecke» unter Strafe stellen. Die neuen Strafmassnahmen sollen Fluggesellschaften, Reisebüros und andere Verantwortliche treffen, die sich an Schleusungen beteiligen.

Lukaschenko weist Vorwürfe zurück

Die genaue Sanktionsliste soll in Kürze vorgelegt werden. Sie kann nach Angaben des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell eine «ziemlich grosse Zahl» von Einzelpersonen und Unternehmen treffen.

Lukaschenko weist die Vorwürfe aus Brüssel zurück und fordert die EU - insbesondere Deutschland - auf, die Flüchtlinge aufzunehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte wegen des Streits vergangene Woche zweimal mit Lukaschenko telefoniert. Dies war von der belarussischen Opposition kritisiert worden.

Swetlana Tichanowskaja
Swetlana Tichanowskaja – die belarussische Oppositionsführerin. - Keystone

Am Montag telefonierte Merkel auch mit der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja. Merkel sicherte der Demokratiebewegung in Belarus die Unterstützung Deutschlands zu.

Noch immer sitzen tausende Migranten an der belarussischen Grenze zu Polen bei eisigen Temperaturen fest. Mindestens elf Menschen sind seit Beginn des Sommers bei dem Versuch gestorben, die schwer bewachte Grenze zu überqueren. Dies berichten diverse Hilfsorganisationen.

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