BBC-Wahlexperte und Politikwissenschaftler John Curtice ist überzeugt, dass Sinn Fein in als stärkste Kraft aus den Wahlen in Nordirland hervorgehen wird.
Michelle O'Neill
Sinn-Fein-Chefi Michelle O'Neill hat ihr Mandat im Wahlbezirk Mid Ulster verteidigt. Peter Morrison/AP/dpa - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Sinn Fein dürfte bei der Parlamentswahl am meisten Stimmen erhalten haben.
  • Ob die Partei auch die meisten Sitze im Regionalparlament bekommt, ist noch unkalr.

Die katholisch-republikanische Partei Sinn Fein dürfte nach Auszählung erster Ergebnisse die meisten Stimmen bei der Wahl zum nordirischen Parlament geholt haben. «Wir sind jetzt davon überzeugt, dass Sinn Fein ganz oben auf der Rangliste stehen wird», sagte der BBC-Wahlexperte und Politikwissenschaftler John Curtice von der Universität Strathclyde in Glasgow am Freitagnachmittag im britischen Fernsehen. Ob die Partei auch die meisten Sitze im Regionalparlament bekommt und damit Anspruch auf das Amt der Regierungschefin hat, war aber zunächst noch unklar.

Die Auszählung nach der Wahl vom Donnerstag dauerte am Freitagnachmittag noch an und könnte sich bis in den Samstag hineinziehen. Sollte Sinn Fein tatsächlich stärkste Kraft in der Northern Ireland Assembly werden, wäre das ein Wendepunkt in der Geschichte des gut 100 Jahre alten Landesteils, der zum Vereinigten Königreich gehört. Die Partei galt einst als politischer Arm der militanten Organisation IRA, die gewaltsam für eine Vereinigung Nordirland mit der Republik Irland kämpfte.

Den Posten des Regierungschefs stellte bisher stets eine Partei, die sich für eine Beibehaltung der Union Nordirlands mit Grossbritannien einsetzt.

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