Baerbock erneuert vor Olympischen Winterspielen Kritik an Peking

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Deutschland,

Kurz vor dem Start der Olympischen Winterspiele in China hat Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ihre Kritik an Peking erneuert.

Annalena Baerbock
Annalena Baerbock (Grüne) ist die neue Aussenministerin der Deutschen. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Aussenministerin: «Sportfest kann Sorgen über Menschenrechte nicht überdecken».

«Ich mag Olympia und drücke unseren deutschen Sportlerinnen und Sportlern kräftig die Daumen», sagte die Ministerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). «Gleichzeitig mache ich mir natürlich grosse Sorgen über die Lage der Menschenrechte in China, das kann ein solches Sportfest nicht überdecken.»

Baerbock wies darauf hin, dass sie mit der für Sport zuständigen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) vereinbart habe, nicht zu den Olympischen Spielen nach Peking zu reisen, die an diesem Freitag eröffnet werden. «Über Menschenrechte und andere sehr problematische Fragen diskutieren wir mit China auf politischer Ebene», sagte die Ministerin. «Sportlerinnen und Sportler, die sich jahrelang auf die Olympischen Spiele vorbereitet haben, dürfen das aber nicht ausbaden müssen».

Prinzipiell sollten sportliche Grossereignisse wie Olympische Spiele oder Fussballweltmeisterschaften an die Einhaltung zentraler Kriterien wie Pressefreiheit, Menschenrechte und Arbeitsbedingungen geknüpft werden, forderte sie. «Man kann grosse Sportfeste nur wirklich feiern, wenn andere Menschen dafür nicht mit ihrem Leben bezahlen müssen», erklärte Baerbock.

Die Fussballweltmeisterschaft im Golfstaat Katar im November und Dezember sei ein Beispiel dafür, dass Druck über die Medien etwas bewirken könne. «Im Zusammenhang mit Katar und den zahlreichen Berichten über die schlimmen Bedingungen auf den Baustellen für die Fussballstadien sieht man aber auch, dass internationale Aufmerksamkeit durchaus auch hilfreich sein und Dinge zum Besseren verändern kann.»

Die Olympischen Winterspiele in Peking beginnen am Freitag und dauern bis zum 20. Februar. Die USA und andere westliche Länder wie Grossbritannien, Kanada, Australien und Dänemark haben einen diplomatischen Boykott des Sportereignisses angekündigt. Die Bundesregierung weigert sich, ihre Abwesenheit als Boykott zu bezeichnen.

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