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    Armenien wählt gegen Putin – Kreml-Druck blieb wirkungslos

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Armenien,

    Die Wahl in Armenien ist entschieden: Paschinjan gewinnt gegen den Willen Putins – und erklärt trotzdem, den Nachbarn Russland zu respektieren.

    putin ukraine moskau
    Der Gipfel in Kasan sollte Russlands Energiepartnerschaften stärken – doch Moskau gerät unter Beschuss der Ukraine. - keystone

    Armeniens prowestlicher Regierungschef Nikol Paschinjan hat die Parlamentswahl klar gewonnen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmten 49,8 Prozent der Armenier für Paschinjans Partei Zivilvertrag, berichtet das «Mindener Tageblatt».

    Stärkste Oppositionskraft wurde laut dem «SRF» der prorussische Block Starkes Armenien von Milliardär Samwel Karapetjan mit 23,3 Prozent. Moskau hatte kurz vor der Wahl armenische Exporte eingeschränkt und mit dem Stopp günstiger Gas- und Öllieferungen gedroht.

    Hat Armenien mit dem Wahlsieg Paschinjans die richtige Richtung eingeschlagen?

    Putin warnte zudem vor einem neuen «ukrainischen Szenario». Also einer Kriegsgefahr für ein Land, das sich aus Russlands Einflusssphäre lösen möchte, wie der «ORF» schreibt.

    Armenien: Westkurs mit Rücksicht auf Russland

    Jakob Wöllenstein von der Konrad-Adenauer-Stiftung bezeichnete diese Drohungen laut «ZDFheute» als «vor allem Wahlkampfgeplänkel». Eine tatsächliche Invasion Russlands in Armenien hält er für eher unwahrscheinlich, allein weil Russland im Ukraine-Krieg so eingespannt sei.

    Paschinjan betont trotz seiner Hinwendung zur EU, keinen Bruch mit Russland zu wollen. Er erklärte: «Wir hatten, haben und werden keine Absicht haben, den Interessen Russlands zu schaden.»

    Paschinjan hatte die Mitgliedschaft Armeniens im russischen Militärbündnis OVKS auf Eis gelegt. Und auch sich verstärkt der EU angenähert, wie der «ORF» berichtet.

    Demokratische Bilanz steht unter Druck

    Paschinjan hat nun das Mandat für fünf weitere Jahre, berichtet das «SRF». Im wirtschaftlichen Alltag wird Armenien vorläufig weiterhin stark von Russland abhängig sein.

    Paschinjan Armenien Putin
    Die Wahl in Armenien ist entschieden: Paschinjan setzt sich gegen den Willen von Kremlchef Wladimir Putin durch. Er betont jedoch, dass Armenien Russland als Nachbarn weiterhin respektieren werde. (Archivbild) - keystone

    Die OSZE sprach laut dem «Mindener Tageblatt» nach der Wahl von einer «echten Wahl» in angespannter Atmosphäre.

    Die OSZE-Beobachtungsmission kritisierte die angespannte Wahlatmosphäre deutlich. Deren Leiterin Farah Karimi bemängelte, die vielen Festnahmen von Oppositionspolitikern hätten den Eindruck einer selektiven Justiz hinterlassen.

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    Kommentare

    User #2504 (nicht angemeldet)

    Vielleicht sollte der Kreml den Weg der Diplomatie einschlagen, da dies die ehemaligen Sowjetstaaten möglicherweise offener gegenüber Russland stimmen könnte. Mit bloßen Drohungen oder gar militärischem Eingreifen wird der Kreml hingegen kaum noch etwas bewirken können – die Ukraine dient dafür als eindrückliches Beispiel.

    User #6479 (nicht angemeldet)

    Was wollen Brüsseler Herrscher von Armenien ? Noch einen Klotz am Bein ?

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