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    AfD feiert riesigen Erfolg bei jungen Wählern – wegen Tiktok?

    Elisa Jeanneret
    Elisa Jeanneret

    Deutschland,

    Auf Tiktok spricht die AfD vor allem junge Männer an. Und es funktioniert: Die Oppositionspartei hat in Westdeutschland ihre besten Resultate erzielt.

    AfD TikTok
    Die AfD jubelt – in den Bundesländer Hessen und Bayern konnte sie ihre besten bisherigen Resultate erzielen. Wegen TikTok? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die AfD hat in zwei Bundesländern zahlreiche neue Stimmen geholt.
    • Auf Tiktok kann die Partei insbesondere junge Menschen erreichen, was sich ausgezahlt hat.
    • Die Ängste und Sorgen der jungen Wählenden würden angesprochen.

    Über das Wochenende wählten die Menschen in den deutschen Bundesländer Bayern und Hessen ihr Parlament neu. Die grosse Überraschung: Die rechtsextreme AfD erzielte in beiden Fällen ihre besten Resultate. In Hessen wurde sie zur zweitstärksten, in Bayern zur drittstärksten Kraft.

    Insbesondere bei jungen Wählenden hat die Alternative für Deutschland zugelegt. Womöglich hängt das mit der App Tiktok zusammen, wie der «Spiegel» schreibt: Deren Algorithmus würde negative, emotionale Inhalte bevorzugen. Genau das, was die AfD auf der App teilt.

    Andererseits würden die Inhalte von vielen anderen Nutzerprofilen weiterverbreitet. Ein neues Tiktok-Profil ohne «Sehgewohnheiten» bekomme bei der Suche mit dem Stichwort «bundestag» fast nur AfD-Inhalte vorgeschlagen: Acht von zehn Videos seien für die Partei, so das Fazit des Selbstversuchs.

    Ausserdem werden junge Menschen, insbesondere Männer, auf ihre Ängste angesprochen. Gemäss Forschung zum Thema wählen jene Personen, die sich vor einem wirtschaftlichen und sozialen Abstieg fürchten, vor allem die AfD.

    AfD punktet mit «sehr primitiven» Positionen

    Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung habe ergeben, dass sich junge Deutsche im Moment um ihre finanzielle Sicherheit starke Sorgen machen. Eine AfD-Wahl wäre also mindestens wissenschaftlich naheliegend. Zudem fühlen sich fast die Hälfte der jungen Wählenden (16 bis 30-Jährige) von der Politik «nicht ausreichend gesehen». Sie suchen also nach Alternativen.

    Klaus Hurrelmann, Jugendforscher in Berlin, sagt es so: «Schuldige» würden gesucht. Da die AfD vielerorts die einzige Nicht-Regierungspartei ist, begünstige sie das. Die Linke werde im Moment weniger gewählt aufgrund der internen Streitigkeiten.

    Sind Sie auf Tiktok?

    Hurrelmann erklärt weiter: Die rechtspopulistische Partei biete «mit sehr pauschalen, sehr einfachen, sehr direkten, sehr primitiven, vorurteilsbesetzten Positionen» eine vermeintliche Alternative.

    Ein Viertel der jungen Männer sehe «die Männlichkeit» als Konzept in Gefahr, sagt Rechtsextremismus-Experte Jannik Fischer. «Die AfD spricht eben diese Gruppe mit zunehmendem Erfolg an.» Und auch hier wird das auf Social Media gemacht, vor allem auf Tiktok.

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