Frankreich: 70'000 Beamte sollen neue Krawalle verhindern

    Heute soll es in Frankreich erneut zu Demonstrationen kommen. Die Behörden hoffen, dass die Proteste nicht erneut eskalieren wie vor einer Woche.

    Paris
    Diese Szenen wollen die Behörden verhindern: Ein französischer Feuerwehrmann rückt aus, als eine Strassenbarrikade in Flammen steht, während die Zusammenstösse zwischen Bereitschaftspolizei und Demonstranten im Rahmen der landesweiten Proteste gegen die hohen Lebenshaltungksosten in Paris, Frankreich, am 18. Oktober 2026 bereits den zweiten Tag andauern. - keystone

    In Frankreich liegen die Nerven blank, und die Anspannung ist gross: An diesem Samstag werden erneut landesweite Demonstrationen erwartet, bei denen die Behörden Ausschreitungen wie schon am vergangenen Wochenende befürchten.

    Alle Entwicklungen im Nau.ch-Ticker:

    70'000 Beamte im Einsatz

    Mit einem massiven Polizeiaufgebot sollen Gewalt und Plünderungen verhindert werden, wie Innenminister Laurent Nuñez ankündigte. Landesweit würden 70’000 Beamte im Einsatz sein. Es gebe zahlreiche Aufrufe zu Gewalttaten und Plünderungen, bei denen es sich offensichtlich um Botschaften der Randalierer handele.

    Premierminister Sébastien Lecornu sagte am Abend bei einem Besuch in Limoges, wo am vergangenen Wochenende das Rathaus brannte: «Die Bedrohungslage ist nach wie vor hoch.»

    Frankreich
    Polizisten patrouillieren während einer nächtlichen Ausgangssperre. - keystone

    Eine Reihe von Demonstrationen ist laut dem Innenminister bereits verboten worden. Erlaubt würden Kundgebungen, die von den Organisatoren mit einem Ordnungsdienst begleitet werden, «und unter der Voraussetzung, dass sie natürlich nicht an Orten stattfinden, an denen es zu Plünderungen, Störungen der öffentlichen Ordnung und Ähnlichem kommen könnte.»

    Gewalttat erschüttert Frankreich

    Die angespannte Lage in Frankreich wurde am Freitag durch eine Gewalttat weiter angeheizt, bei der ein Zusammenhang mit den Sozialprotesten und Unruhen im Land aber nicht direkt erkennbar war.

    Frankreich
    Der Schock nach der Gewalttat in Frankreich sitzt tief. - keystone

    Ein Mann hatte in Gemeinden bei Paris aus einem Auto mit einer automatischen Waffe geschossen. Ein Mensch kam dabei ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Der Mann wurde kurze Zeit später festgenommen. Präsident Macron sprach von einem rassistischen Terroranschlag.

    Macron hört sich Sorgen an

    Den seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leute hatten sich am Wochenende bei Kundgebungen in zahlreichen Städten weitere Gruppen angeschlossen, unter anderem um gegen zu hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren.

    Präsident Emmanuel Macron hatte in einer Rede «ultralinken» Gruppen einen Umsturzversuch im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vorgeworfen. Die «organisierten Gruppen» hätten «aufrührerische» Handlungen begangen mit dem Ziel, «die Republik zu stürzen», sagte Macron.

    Macron
    Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron. - keystone

    Vor den erneuten Demonstrationen hatte der Staatschef sich am Freitagnachmittag erstmals mit protestierenden Schülerinnen und Schülern zusammengesetzt.

    Macron habe Gymnasiasten und Vertreter ihrer Organisationen empfangen wollen, um «sich ihre Forderungen und Sorgen anzuhören», teilte der Élysée-Palast mit. Als einen weiteren Schritt, um auf die Protestierenden zuzugehen, wolle die Regierung die für Januar geplante Erhöhung des Mindestlohns vorziehen, berichtete die Zeitung «Les Échos».

    Kommentare

    User #3892 (nicht angemeldet)

    Es geht so einfach schneller zu Ende mit der sozialistischen EU

    User #4768 (nicht angemeldet)

    So beginnen Bürgerkriege. Die eine Seite, dann die andere Seite, dann wieder die eine Seite usw. Und jedes Mal schaukelt es sich hoch. Es formen sich auf beiden Seiten Milizen, da die staatlichen Institutionen die Kontrolle verlieren. Und dann kracht es ganz gewaltig. Beirut war mal das Paris des Nahen Ostens. Mal sehen, ob das originale Paris das gleiche Schicksal wiederfährt. Vielleicht noch nicht jetzt, aber man kann erahnen, wo es eventuell hingeht.

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