Vorstoss: Fussgängerstreifen sollen auch bei Tempo 30 möglich sein
Vor allem rund um Schulen sei die Situation «völlig unsicher», kritisiert SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel.
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Das Wichtigste in Kürze
- Tempo 30 und Fussgängerstreifen schliessen sich im Prinzip aus.
- Doch im Umfeld von Schulen wären diese hilfreich, sagt SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel.
- Sie hat mit überparteilicher Unterstützung einen Vorstoss eingereicht.
Sie sei schon oft darauf angesprochen worden, sagt SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel: Warum man hier keine Fussgängerstreifen machen könne. Wobei «hier» jeweils eine Tempo-30-Zone ist, die zum Beispiel bei einem Schulhaus vorbeiführt.

Tatsächlich entspricht dies der Vorgabe beziehungsweise der Philosophie hinter Tempo-30-Zonen: Fussgängerstreifen sind dort eigentlich ausgeschlossen, da alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Die Strasse kann also an beliebiger Stelle zu Fuss überquert werden.
Unsicher ohne Fussgängerstreifen
Mit einem Nau.ch vorliegenden Vorstoss möchte Nationalrätin Fehr Düsel dies ändern. Für sie ist klar: «Für mich macht Tempo 30 nur Sinn in Quartieren und bei Schulhäusern.» Das habe die Bevölkerung im Kanton Zürich im Rahmen der Mobilitätsinitiative klar bestätigt.
Auch klar sei aber: «Dort, wo dann wirklich Tempo 30 vorgesehen ist, ist es völlig unsicher, wenn man dann nicht weiss: Wo gehen nun die Kinder über die Strasse?»

Erschwerend komme für die Autofahrer hinzu, dass es sich oft um «Zickzack-Strassen» mit Hindernissen handle. Hinter jedem parkierten Auto oder Pflanzkübel am Strassenrand könnte also ein Kind auf die Strasse treten.
Dies aber mache keinen Sinn, sagt Fehr Düsel: «Es wäre für alle Verkehrsteilnehmer viel klarer und sicherer: Wenn man wüsste, an welchen geeigneten Stellen die Leute über die Strasse gehen.»
Vorstoss soll Klärung bringen
Mit ihrer Nau.ch vorliegenden Interpellation will sie nun von Verkehrsminister Albert Rösti wissen: Sind in Tempo-30-Zonen tatsächlich keine Fussgängerstreifen vorgesehen? Was müsste man ändern, um Kantonen und Gemeinden mehr Spielraum zuzugestehen? Verschiedene Bürgerliche von Mitte, FDP, SVP und EDU bis zur GLP haben den Vorstoss mitunterzeichnet.
Die Kantone und Gemeinden seien in diesem Bereich extrem zurückhaltend. Sie sehe dies in ihrer eigenen Gemeinde Küsnacht ZH, höre es aber auch von anderen. «Man macht dann halt keinen Fussgängerstreifen, selbst auf Schulwegen, weil man sagt: Das ist nicht vorgesehen, wir dürfen nicht wirklich, es wäre eine Ausnahmebewilligung nötig.»

Trotz überparteilichen Unterschriften: Ganz ohne Widerstände wird die Interpellation wohl nicht bleiben. Insbesondere dürfte sich Links-Grün daran stören, dass Tempo 30 nur für «Nebenstrassen in Wohnquartieren und bei Schulen» sinnvoll sein soll.
Denn je nach Verkehrssituation befürworten SP und Grüne auch Tempo 30 auf Hauptstrassen. Ob dort – wie auch vor Schulen – aber Fussgängerstreifen sinnvoll wären, ist wieder ein anderes Thema.








