Berns Grosser Rat steht hinter polizeilichen Super-Recognizern
Der bernische Grosse Rat hat am Donnerstag eine Richtlinienmotion für Super-Recognizer in der Polizeiarbeit angenommen. Er stellte sich damit hinter das Pilotprojekt der Kantonspolizei, dessen Testphase sich aktuell in den letzten Zügen befindet.

Ausschlaggebend für den Vorstoss aus bürgerlichen Kreisen war die eskalierte Pro-Palästina-Demonstration von vergangenem Oktober. Sogenannte Super-Recognizer sollen bei der Fahndung nach Gewalttätigen unterstützen.
Die Kantonspolizei kam ihm insofern zuvor, als dass sie bereits 2024 ein entsprechendes Pilotprojekt lanciert hatte. Verabschiedet hat der Rat aber die Forderungen an den Regierungsrat, dem Parlament nach Abschluss des Pilots einen Bericht vorzulegen und zwecks Qualitätssicherung wiederkehrende Testungen vorzusehen.
Super-Recognizer sind Personen mit einer aussergewöhnlich hohen Fähigkeit zur Gesichtserkennung. Sie erfassen Gesichter teils zuverlässiger als eine Software und wurden in Vergangenheit erfolgreich in Fahndungsaufgaben eingesetzt, etwa bei der Kantonspolizei St. Gallen.
Die Kantonspolizei hat Anfang Jahr ein freiwilliges Testverfahren durchgeführt mit dem Ziel, Mitarbeitende mit der entsprechenden Fähigkeit zu identifizieren. Rund 300 Personen nahmen daran teil, wie die Medienstelle auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Mit ersten Ergebnissen ist demnach im April zu rechnen.
Anschliessend startet der rund einjährige Pilotbetrieb, in dem die geeigneten Einsatzbereiche evaluiert werden. Idee ist, dass die ausgewählten Personen in ihrer Funktion bleiben und je nach Fähigkeiten und Bedarf im Aussen- oder Innendienst eingesetzt werden.






