EU

    Volks- und Ständemehr für EU-Verträge? «Trickkiste à la Trump!»

    Andrea Schüpbach
    Andrea Schüpbach

    Bern,

    Die zuständige Ständeratskommission will, dass Volk und Stände Ja zum EU-Vertragspaket sagen müssen. Franziska Roth (SP) vergleicht das Vorgehen mit Trump.

    eu-verträge ständemehr
    Das EU-Vertragspaket soll die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU regeln, auch durch neue Abkommen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ständeratskommission will für das EU-Vertragspaket das Ständemehr.
    • Heidi Z'Graggen fällte den Stichentscheid – wegen der Masseneinwanderungsinitiative.
    • SP-Ständerätin Franziska Roth kritisiert die «Trickkiste à la Trump».

    Es ist ein hauchdünner Entscheid der zuständigen Ständeratskommission: 6 zu 6 Stimmen – Kommissionspräsidentin Heidi Z'graggen (Mitte/UR) fällt den Stichentscheid.

    Das EU-Vertragspaket soll mit einer Übergangsbestimmung in der Verfassung verknüpft werden. Bedeutet: Volk und Stände müssten zu den «Bilateralen III» Ja sagen.

    Z'graggen stimmte fürs Ständemehr, weil das Volk einst Ja zur Masseneinwanderungsinitiative sagte.

    eu-vertragspaket
    Heidi Z'graggen fällt als Kommissionspräsidentin den Stichentscheid pro Ständemehr zum EU-Vertragspaket. Dies, weil die Verträge in ihren Augen der angenommenen Masseneinwanderunginitiative widersprechen. - keystone

    «Mit dem Zuwanderungsartikel ist ein Artikel in der Verfassung, dem diese Verträge der Meinung der Kommission widersprechen. Deshalb muss das in der Verfassung neu geregelt werden. Es braucht das doppelte Mehr von Volk und Ständen», erklärt sie in der «SRF Tagesschau».

    Braucht es zur Annahme des EU-Vertragspakets das Volk- und Ständemehr?

    Die Kommission folgt damit dem Juristen Stefan Schmid. Er plädierte bei einem öffentlichen Hearing für ebendiese Übergangsbestimmung, um Widersprüche auszumerzen.

    eu-vertragspaket
    Die zuständige Kommission des Ständerats folgt der Empfehlung von Jurist Stefan Schmid (r.). Bei einem öffentlichen Hearing Ende März machte er auf die Widersprüche in der Verfassung aufmerksam. - keystone

    «Ein Griff in die Trickkiste à la Trump»

    Die Solothurner SP-Ständerätin Franziska Roth ist mit dem Argument Masseneinwanderungsinitiative nicht einverstanden. «Das wirkt für mich wie ein Verzweiflungsakt. Ein Griff in die Trickkiste à la Trump», kritisiert sie bei «SRF».

    «Mitten im Spiel die Regeln zu ändern, das ist die Missachtung des Rechtsstaates. Und das ist hochgefährlich.»

    Als nächstes befasst sich die staatspolitische Kommission des Nationalrats damit, ob das EU-Vertragspaket dem obligatorischen Referendum unterliegt.

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    Kommentare

    User #3354 (nicht angemeldet)

    Der Verrat an der Eidgenossenschaft geht ungebremst weiter

    User #1944 (nicht angemeldet)

    Roth ist eine typisch Linke. Alle Macht dem Staat und den wenn möglich linken Politikern. Nein so nicht Frau Roth. Aber ich kann alle beruhigen. Ersten kommt die Abstimmung nicht vor 2028 und zudem wird die SVP falls notwendig die 4 x 50‘000 Unterschriften inner 3 Monaten zusammen haben. Merkt Euch einfach auch die europhilen Politiker für die Wahlen nächstes Jahr. Randbemerkung. Möglicherweise kommt in Deutschland schon bald die AfD auch bundesweit an die Macht. Dann ist Schluss mit der EU.

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