Bundesrätin Simonetta Sommaruga besuchte virtuell Kalifornien. Ihr Fazit: Virtuelles Reisen könne eine physische Reise teilweise ersetzen.
simonetta sommaruga
Bundesrätin Simonetta Sommaruga bei ihrem digitalen Besuch in Kalifornien. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In einer virtuellen Reise besuchte Umweltministerin Sommaruga den US-Staat Kalifornien.
  • Das weit entfernte Kalifornien bot sich für einen solchen virtuellen Besuch an.

Umweltministerin Simonetta Sommaruga hat erstmals einen Arbeitsbesuch vollständig virtuell absolviert. Vier Tage lang war sie in Kalifornien in den USA, aber eigentlich in einem Büro ihres Departements in Bern. Ihr Fazit: Virtuelles Reisen könne eine physische Reise teilweise ersetzen. Viel sei möglich, aber nicht alles. Es war eine Premiere.

Aufgrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie wollte Umweltministerin Simonetta Sommaruga im Rahmen eines Pilotprojekts prüfen, unter welchen Voraussetzungen klimafreundliche virtuelle Besuche für gewisse Destinationen Schule machen könnten.

Kalifornien, das viele Flugstunden von der Schweiz entfernt ist, bot sich für solch ein Pilotprojekt an. Die virtuelle Reise fand vom 21. bis am 24. Juni statt.

Viele Politiker getroffen

«Ich habe Firmen besucht und viele Politiker getroffen - wie bei einer echten Reise», sagte Sommaruga am Freitag vor den Medien in Bern. «Ich wollte herausfinden, ob virtuelles Reisen eine tatsächliche Reise ergänzen oder ersetzten kann. »Manchmal habe ich wirklich vergessen, dass ich in Bern bin - gerade beim Besuch des Nationalparks.«

sommaruga
Sommaruga bei ihrer digitalen Reise nach Kalifornien. - Keystone

Auch auf Distanz sei viel möglich. Und man spare sehr viel Zeit und viel CO2. Das virtuelle Reisen habe aber auch seine Grenzen: «Gibt es einen Konflikt, muss man sich in die Augen sehen können», sagte Sommaruga. Da sei ein Bildschirm zwischen den Gesprächspartnern hinderlich. Auch informelle Gespräche hätten nicht stattfinden können. Diese Gespräche, die zum Beispiel bei einer Tasse Tee stattfinden könnten.

Gute Ergänzung

Aber virtuelles Reisen sei eine gute Ergänzung zum normalen Reisen, gerade bei weit entfernten Destinationen – auch in der Diplomatie, sagte die Umweltministerin.

Inhaltlich stand ein Austausch zu den Massnahmen gegen den Klimawandel im Vordergrund. Kalifornien sei noch viel stärker vom Klimawandel betroffen als die Schweiz, erklärte Sommaruga.

Eindrücklich sei, dass es in Kalifornien tatsächlich immer schwieriger werde, Wasser aufzutreiben – für die Weinbauern im Napa Valley, aber auch für die Feuerwehr, die immer wieder gegen grossflächige Brände ankämpft.

sommaruga
Sommaruga traf sich virtuell mit mehreren Politikern. - Keystone

Kalifornien mache sehr viel für den Klimaschutz, vor allem, weil die Massnahmen schlicht zum Überleben notwendig seien, ergänzte sie. Der Bundesstaat hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu sein, die Schweiz verfolgt dieses Ziel bis ins Jahr 2050.

Auch das Nein zum CO2-Gesetz bei der Volksabstimmung am 13. Juni war Gegenstand der Gespräche. Wie die Schweiz kennt auch Kalifornien die direkte Demokratie. Klimaschutz funktioniere nur, wenn man die Menschen mitnehme, sagte Sommaruga. Dies habe man auch in Kalifornien erfahren. Auch dort habe man gelernt, dass es manchmal mehrere Anläufe brauche, um eine Volksabstimmung zu gewinnen.

Mehr zum Thema:

Simonetta Sommaruga Klimawandel CO2-Gesetz Feuerwehr Gesetz Wasser Coronavirus