Umweltverbände fordern Gesamtrevision des Jagdgesetzes wegen Wolf
Eine Allianz von Natur- und Tierschutzorganisationen hat sich gegen die geplanten Teilrevisionen des Jagdgesetzes zum Wolf gestellt. Sie fordert stattdessen eine umfassende Gesamtrevision, um eine pragmatische Koexistenz von Mensch und Wolf zu sichern.

Anlass für die Kritik sind Pläne des Bundesrats, das Jagd- und Schutzgesetz (JSG) so anzupassen, dass Wolfsabschüsse in eidgenössischen Jagdbanngebieten und während der Aufzuchtzeit der Welpen möglich werden. Dies sei überhastet, schrieben BirdLife Schweiz, Pro Natura, die Gruppe Wolf Schweiz und der Ökologische Jagdverein Schweiz am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung.
Die Erfahrungen mit dem erst seit dem Februar des vergangenen Jahres geltenden Wolfsmanagement seien noch nicht ausgewertet. Nach Ansicht der Organisationen etabliere sich die Koexistenz mit dem Wolf nämlich zunehmend. Die Herdenschutzmassnahmen der Alpwirtschaft würden wirken und die Risse von Nutztieren seien rückläufig. Laut der Gruppe Wolf Schweiz waren im Sommer 2026 schweizweit rund 180 Nutztiere gerissen worden, im vergangenen Jahr waren es etwas mehr als 400, meldete die Organisation im August.
Ausserdem dürfe sich die Revision nicht allein auf die Regulierung des Wolfs konzentrieren. Die Wölfe könnten durch ihre eigene Jagd auf Wildhuftiere die Wälder von Wildschäden, dem sogenannten Verbiss entlasten. Auch die Jagdbanngebiete müssten als Rückzugsräume für Wildtiere erhalten bleiben.
Besonders schadenstiftende Wölfe könnten bereits heute schnell eliminiert werden, dafür brauche es keine Gesetzesanpassung. Die Verbände fordern den Bundesrat zusammen mit dem WWF Schweiz und dem Schweizer Tierschutz STS auf, die laufenden Revisionsschritte zu stoppen. Stattdessen solle eine einzige, breit abgestützte und fachlich fundierte Gesamtrevision eingeleitet werden.










