Gegentreffer aus 40 Metern: Weissenstein unterliegt Dürrenast
Weissenstein und Dürrenast liegen in der Tabelle der 2. Liga regional nahe beieinander. Im letzten Spiel vor der Winterpause steht dennoch viel auf dem Spiel.

«Jaaa!». Pure Ekstase beim FC Dürrenast! Der Jubelschrei von Trainer Cagtay Iric hallt über den Kunstrasen in Weissenstein. Soeben hat Enes Iric den umjubelten Siegtreffer für die Berner Oberländer erzielt.
Aus etwa 40 Metern sieht er, dass Weissenstein-Keeper Nils Lustenberger etwas weit vor dem Tor steht. Er fasst sich ein Herz und zirkelt den Ball mit einem klugen Chip perfekt ins Tor.
Ein enttäuschtes Heimteam
«Über 90 Minuten hätten wir uns mindestens ein Unentschieden verdient», meint FCW-Kapitän Fabian Imfeld. Dabei verschläft sein Team bereits den Start: In der 13. Minute trifft Dürrenast-Mittelstürmer Becir Mema nach einer Ecke per Kopf zur Führung für die Gäste.

Weissenstein ist im Spielaufbau weitgehend ideenlos und kann das kompakte Bollwerk des Gegners in der ersten Hälfte nur selten überwinden. «Es war Teil unseres Plans, dass sie oft den Ball haben werden», sagt Dürrenasts Sinan Bozaci.
Nach der enttäuschenden ersten Halbzeit stimmt aber die Reaktion des Heimteams, das die Fans an diesem kalten Samstagnachmittag nicht einfach erfrieren lässt. Nachdem sie schon zum Ende der ersten Hälfte besser waren, erzielen sie zu Beginn der zweiten Hälfte den Ausgleich (59. Minute).
Nach einem Ball in die Tiefe kommt Dürrenast-Goalie Vital Badertscher zu zögerlich raus und wird von Linus Thurnheer umkurvt, sodass dieser zum 1:1 einschiebt.
Lucky Punch
Das Heimteam bleibt danach dran und drückt weiter. Doch unter anderem scheitert Kapitän Imfeld aus bester Position. In der letzten Viertelstunde meldet sich dann auch der zuletzt harmlose FC Dürrenast offensiv zurück und erspielt sich Torchancen.
Nachdem beide Teams mehrere Chancen auf den Sieg liegen gelassen haben, rechnet kaum noch einer mit einem Treffer. Bei einem zunächst harmlos wirkenden Konter folgt aber der Moment des Spiels: Enes Iric trifft aus 40 Metern mitten ins Herz der zuvor kämpfenden Weissensteiner.
AUFSTELLUNGEN
Weissenstein: Lustenberger – Messerli, Imfeld, Sepauratzki, Lang (46. Roos) – Gerber, Kurz – Zurkinden (32. Bowden) (77. Lauper), Thurnheer (85. Tanner), Wyss – Gautschi (77. Bremgartner)
Dürrenast: Badertscher – Ammann (63. Grimm), Krenger, Tanner, El Kharbachi – Peter, Bozaci, Abbühl (60. Rama), Haldi – Mema (63. Iric), Bangoura
Tore: 0:1 Mema (13.), 1:1 Thurnheer (59.), 1:2 Iric (89.)
Statistiken:
Schüsse: 12:10
Schüsse aufs Tor: 6:6
Der Lucky Punch in der 89. Minute ist zugleich der Schlusspunkt dieser Partie.
Gute Stimmung bei Dürrenast, ein weiterer Dämpfer für Weissenstein
«Es tut sicherlich gut, mit einem Sieg in die fünfmonatige Pause zu gehen» meint Bozaci. Der Erfolg war hart erkämpft und verdient, aber trotzdem etwas glücklich.
Zwischen der 40. und der 68. Minute gelang dem Gast beispielsweise kein einziger Abschluss und Weissenstein kam zurück ins Spiel. Mit dem Sieg ist Dürrenast nun punktgleich mit Weissenstein und hat ein Polster von neun Punkten auf die Abstiegsränge.
Die Hinrunde von Weissenstein war hingegen enttäuschend: «Wir spielten sicherlich unter unseren Erwartungen», stellt Kapitän Imfeld klar. Weissenstein war in den letzten Jahren stets im Aufstiegsrennen und sieht sich nun etwas unerwartet im unteren Tabellenmittelfeld wieder.
Vielleicht gibt wenigstens der Beginn der zweiten Hälfte und die Widerstandsfähigkeit ein bisschen Hoffnung für die Rückrunde.

















