SVP-Giezendanners greifen «Bahnminister» Rösti an

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Bern,

Alt-Nationalrat Ueli Giezendanner und seine Söhne werfen dem Bundesrat vor, sich zu wenig für den Strassenverkehr einzusetzen. Kritik kommt auch von Links.

Ulrich Giezendanner
Bundesrat Röstis Unterstützung für den Grimseltunnel passt Alt Nationalrat Ulrich Giezendanner (Bild) gar nicht. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SVP-Familie Giezendanner übt scharfe Kritik an Verkehrsminister Rösti.
  • Sie fordern mehr Strassenprojekte mit höchster Priorität.
  • Der VCS kritisiert den A1-Ausbau hingegen als klimaschädlich und naturzerstörend.

Der Bundesrat will den Ausbau der A1 im Aargau auf sechs Spuren mit hoher Priorität vorantreiben. Das sorgt für kontroverse Reaktionen – auch innerhalb der SVP.

Alt-Nationalrat Ulrich Giezendanner, pensionierter Transportunternehmer, kritisiert Verkehrsminister Albert Rösti scharf, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

In einem Social-Media-Beitrag schreibt er, unter Rösti werde gefühlt weniger in die Strasse investiert als früher unter SP-Bundesrätinnen wie Sommaruga. Dabei nimmt Giezendanner Bezug auf die am Montag von Bundesrat Rösti vorgestellten Projekte zum Ausbau von Schienen und Strassen.

Giezendanner: «Entscheid ist ein Skandal»

«Sein gestriger Entscheid ist ein Skandal», schreibt der Alt-Nationalrat. Besonders stört ihn Röstis Unterstützung für den Grimseltunnel, den er als Prestigeprojekt bezeichnet.

Giezendanner kritisiert, jeder neue Schienenkilometer produziere ungedeckte Kosten, während es auf den Strassen trotz Milliardeninvestitionen nur noch Stau gebe. Dementsprechend bezeichnet er Rösti in seinem Post als «Bahnminister».

Ulrich Giezendanner Albert Rösti
Alt-Nationalrat Ulrich Giezendanner (SVP) attackiert Verkehrsminister Albert Rösti (SVP) scharf. - Instagram/ulrich_giezendanner

Auch sein Sohn Benjamin, Nationalrat seit 2020, sieht den Entscheid kritisch. Zwar komme der A1-Ausbau im Aargau nun früher als befürchtet. Doch insgesamt seien die Pläne des Bundesrats aus seiner Sicht ein «Desaster für den Strassenverkehr».

Er fordert zusätzliche Strassenprojekte mit höchster Priorität, um drohenden Mehrverkehr zu bewältigen.

Standesinitiative soll politischen Druck erhöhen

SVP-Grossrat Stefan, ebenfalls Sohn von Ulrich Giezendanner, verfolgt mit einer Standesinitiative dasselbe Ziel: Druck aufbauen für eine rasche Umsetzung des A1-Ausbaus.

Trotz des Bundesratsentscheids will er die Initiative nicht zurückziehen, da er mit Widerstand im Parlament rechnet. Auch andere Regionen könnten ihre Interessen einbringen und so eine Debatte um die Verteilung der Mittel auslösen.

Ständerat Thierry Burkart (FDP) unterstützt den priorisierten Ausbau im Aargau, warnt jedoch davor, das Gesamtpaket mit weiteren Projekten zu überladen.

Umweltschützer warnen vor falschem Signal

Gegenwind kommt vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). Dessen Aargauer Geschäftsführer Christian Keller kritisiert den Entscheid als klimapolitisch rückschrittlich.

Begrüsst du den A1-Ausbau auf sechs Spuren?

Rösti ignoriere den Volkswillen, der sich im Herbst 2024 gegen mehrere Autobahnprojekte ausgesprochen habe. Der Strassenausbau sei angesichts der Klimakrise das falsche Signal. Die A1-Erweiterung zerstöre wertvolle Böden und geschützte Naturflächen.

Zudem sei der Nutzen begrenzt, da nur ein Drittel des Verkehrs Durchgangsverkehr sei. Keller fordert ein grundsätzliches Umdenken in der Verkehrspolitik.

Kommentare

Luxy-1

Immer diese absurde Symptombekämpfung. Das Problem ist dass hier zu viele Leute sind, Die nicht her gehören. Setzt die MEI um, führt Remigration ein und schafft Kriminelle aus, dann gibts Luft.

User #3218 (nicht angemeldet)

SVP immer die gleiche Leier. Wir haben zur Zeit andere Probleme. Handelsbeziehungen fördern . Aber die Schweiz ist am schlafen.

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