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Ständerat will Wehrpflicht nicht für alle Doppelbürger anpassen

Keystone-SDA
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Bern,

Französisch-schweizerische Doppelbürger sollen nach dem Willen des Ständerates die Schweizer Wehrpflicht weniger einfach umgehen können.

Armee Wehrpflichtiger
Ein Armeeangehöriger bei der Abgabe der des Sturmgewehrs während einer Entlassungsinspektion in der Kaserne Reppischtal in Birmensdorf, am Mittwoch, 12. November 2025 in Birmensdorf. - keystone

Für Doppelbürger anderer Staaten soll die geplante Neuregelung aber nicht gelten. Die kleine Kammer votierte am Dienstag mit 40 gegen 0 Stimmen bereits zum zweiten Mal für einen entsprechenden Vorstoss von Mauro Poggia (MCG/GE). Dieser verlangt, dass es Männern mit französischem Pass nicht mehr möglich sein darf, ihre Wehrpflicht mit der Teilnahme an der «Journée défense et citoyenneté» (Tag der Verteidigung und der Staatsbürgerschaft) in Frankreich zu erfüllen.

Dafür soll der Bundesrat der Französischen Republik mitteilen, dass die Teilnahme an dem Tag nicht länger als Ersatzleistung anerkannt wird. Dies beträfe einen seit 2010 geltenden Notenaustausch zwischen der Schweiz und Frankreich.

Der Nationalrat hatte den ursprünglichen Motionstext abgeändert. Er verlangte griffige Regeln für Doppelbürger aller Staaten. Konkret sollten sie nur noch dann von der Militärdienstpflicht oder von Ersatzabgaben befreit werden, wenn die von ihnen Ausland erbrachten Leistungen gleichwertig sind. Oder dann, wenn die von ihnen im Ausland erbrachten Leistungen vor der Wohnsitznahme in der Schweiz oder vor ihrer Einbürgerung erbracht wurden.

Die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerats (SIK-S) erachtete die vom Nationalrat eingebrachte Änderung aber als nicht zielführend. Entsprechend wollte sie keine weitere Zeit mit langwierigen Abklärungen verlieren, zumal bei den restlichen Ländern, mit denen die Schweiz Vereinbarungen abgeschlossen habe, die Zahl der betroffenen Doppelbürger bedeutend tiefer liege. So muss sich erneut der Nationalrat mit dem Anliegen befassen.

Der Bundesrat geht davon aus, dass mit höchstens rund 600 französisch-schweizerischen Doppelbürgern zu rechnen sei, die sich für die Erfüllung der französischen Militärdienstpflicht entscheiden. Im Schnitt der letzten zehn Jahre sind allerdings jährlich 731 französisch-schweizerische Doppelbürger in der Schweiz nicht eingeteilt worden.

Kommentare

User #2581 (nicht angemeldet)

Mal ganz ehrlich und einfach gefragt. Für was braucht die Schweiz eine Armee? Gegen wen wollt ihr bestehn? Und für wie lange? Ihr seid schlicht und einfach viel zu klein, und etwas mit richtig Wums habt ihr auch nicht, statt dessen kauft man für Milliarden und aber Milliarden bereits veraltete Ware aus dem Ausland ein; aber eben, für was und gegen wen?

User #5969 (nicht angemeldet)

Es braucht keine Doppelbürger. Wir sollten diesen Unsinn beenden.

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