Ständerat verlangt Schwellenwert für die Wolfspopulation
Wölfe sollen geschossen werden dürfen, sobald die Population eine im Voraus festgesetzte Zahl von Tieren erreicht.

Der Ständerat hat am Donnerstag einen entsprechenden Vorstoss angenommen.
Der Schwellenwert soll in Absprache mit den Kantonen festgelegt werden, forderte der Tessiner Mitte-Ständerat Fabio Regazzi, der die Motion eingereicht hatte. Dabei sollen territoriale, umweltbedingte und sozioökonomische Besonderheiten der einzelnen Regionen berücksichtigt werden, wie es in der Motion hiess. Der Vorstoss geht nun an den Nationalrat.
Grund für die geforderte Regulierung sei in den letzten Jahren «exponentiell» angestiegene Wolfspopulation, sagte Regazzi. Von rund einem Dutzend Wölfe im Jahr 2010 sei die Anzahl Wölfe bis heute auf über 300 Tiere angewachsen. Dies habe für die Alpwirtschaft immer gravierendere Folgen und gefährde die traditionelle Weidewirtschaft.
Paradigmenwechsel zu proaktiver Regulierung
Das heutige System, das eine einzelfallbasierte Abschussbewilligung vorsehe, erwies aus Sicht des Motionärs als «zu langsam, zu kompliziert und wirkungslos». Bei Wolfsangriffen müssten die Tierhalterinnen und Tierhalter oft «wochen- oder monatelang» auf eine Antwort der zuständigen Behörde warten.
Nun soll mit der Motion eine Paradigmenwechsel von einem reaktiven zu einem proaktiven Wolfsmanagmement stattfinden. Wenn die Wolfspopulation in einer gegebenen Region einen festgelegten Schwellenwert übersteigt, sollen Einzelwölfe oder Rudel «zügig und unbürokratisch» geschossen werden dürfen.
Die Motion habe nicht zum Ziel, den Wolf in der Schweiz auszurotten, war weiter in der Begründung zu lesen. Dabei hielt Regazzi gestützt auf dem Konzept Wolf Schweiz, dass zwölf Rudel für den Arterhalt genügten.
Der Bundesrat unterstützte die Motion.










