SP-Wasserfallen über Frauenfussball: «Ein Schritt vor, zwei zurück?»
Flavia Wasserfallen (SP) schreibt in ihrer Kolumne über Rückschritte bei der Förderung des Frauenfussballs und die Debatte um Geschlechterquoten im Sport.

«In eigener Sache…» beginnt Bund/BZ einen Artikel und verspricht darin Ende Juli 2025, von der EURO-Euphorie geschwängert, dass sie künftig über jedes Heimspiel der YB-Frauen berichten werden. Auch Keystone/SDA verkündet mehr Bildmaterial zum Frauenfussball.
Mehr Sichtbarkeit, mehr Aufmerksamkeit, mehr Zuschauende in den Stadien, mehr Sponsoren … der Ball rollt! Die YB-Frauen schreiben Publikumsrekorde, verkaufen so viele Saisonkarten wie nie und legen solide Spiele hin.
Ein Jahr danach die grosse Ernüchterung? Als sich Regierungsrätin Astrid Bärtschi auf Linkedin wundert, weshalb nach dem tollen 3:2 gegen Servette Chênois vom 21.8. nur der Blick und der BärnerBär/Nau.ch berichten und auf dem Tamedia-Portal von Bund/BZ Ebbe herrscht, rudern diese zurück, wie man hinter vorgehaltener Hand erfährt.
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Das Versprechen galt offenbar nur für die letzte Saison. Echt jetzt? Einen Schritt vorwärts und zwei zurück? So fühlt es sich irgendwie an.
Ein weiteres Beispiel verstärkt diesen Eindruck. Nach den Skandalen in der Rhythmischen Gymnastik hat die damalige Bundesrätin Amherd verkündet, man wolle den Leistungssport weiterhin fördern, aber nicht um jeden Preis. Ein Massnahmenpaket «Ethik im Schweizer Sport» wurde lanciert und eine unabhängige Meldestelle wurde eingeführt.
Später wurden aus dem Ethik-Statut im Schweizer Sport auch die Governance-Regeln erweitert, darunter die Vorgabe von Geschlechterquoten in den höchsten Leitungsgremien der nationalen Sportverbände. Es handelt sich dabei nicht um eine starre Quote, sondern es gilt das System «comply or explain».
Wenn die Quote nicht erfüllt wird, braucht es dafür eine Begründung. Gemäss Swiss Olympic erfüllen fast 90 Prozent diese Vorgabe oder befinden sich in einem anerkannten Umsetzungsprozess. Die Regelung habe sich bewährt.
Das ist der Mehrheit des Nationalrats egal. 109 Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben vorletzte Woche im Nationalrat einer Motion der SVP zugestimmt, welche diese Bestimmung wieder streichen will. Schon fast trumpistisch wird gegen (bewährte) Quoten, Diversity und Geschlechterthemen vorgegangen.
Es ist also mehr als ein Gefühl, dass die Anliegen der Frauen im Sport momentan stark unter Druck sind. Ich hoffe auf viele Männer und Frauen, die sich dagegen wehren à la Bärtschi und hoffe auf die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen im Ständerat bei der Ablehnung dieser Motion.











