Schweizer Veranstaltungsbranche lehnt Halbierungsinitiative ab

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Bern,

Die Schweizer Veranstaltungsbranche stellt sich gegen eine Senkung der Gebühren für Radio und Fernsehen. Die Branche befürchtet bei einer Annahme der Halbierungsinitiative weitreichende negative Konsequenzen für das kulturelle Leben in der Schweiz.

Kleinere und mittelgrosse Kulturveranstaltungen wie beispielsweise das «Festival de la Cite» in Lausanne wären von der Gebührensenkung betroffen. (Archivbild)
Kleinere und mittelgrosse Kulturveranstaltungen wie beispielsweise das «Festival de la Cite» in Lausanne wären von der Gebührensenkung betroffen. (Archivbild) - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Zahlreiche kulturelle und sportliche Live-Veranstaltungen seien auf die mediale Unterstützung durch öffentlich-rechtliche Medien angewiesen, teilte die Allianz der Veranstaltungsverbände am Montag mit. Die SRG spiele mit ihren wichtigen Beiträgen zur Promotion und somit indirekt zur Finanzierung von Live-Veranstaltungen eine zentrale Rolle.

Live-Übertragungen von sportlichen Grossanlässen wie Skirennen und Schwingfesten oder von kulturellen Grossveranstaltungen wären mit dem drohenden Gebühreneinschnitt nicht mehr finanzierbar, wie es weiter heisst. Die Gebührensenkung treffe auch mittelgrosse und kleinere Veranstaltungen in den Bereichen Kultur und Sport, für die eine breite mediale Berichterstattung für Sichtbarkeit und Erfolg entscheidend sei.

Die Präsenz und Promotion durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk generiere Interesse und ziehe weitere Sponsoren und Geldgeber an. Ohne diese mediale Unterstützung würden viele Veranstaltungen nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten, was zu einem Rückgang des Sponsorings und der finanziellen Unterstützung führe, schrieb die Allianz.

Von der Reduktion wäre besonders die Veranstaltungsbranche betroffen, hiess es im Communiqué. Unzählige lokal verankerte Schweizer KMU und ihre Zulieferer sind in dieser weitverzweigten Branche tätig. Dazu gehören beispielsweise Konzertveranstalter, Messeorganisatoren, Stadionbetreiber, Theaterhäuser, Produktionsfirmen oder auch Catering-Unternehmen.

Die Volksinitiative «200 Franken sind genug (SRG-Initiative)» – auch bekannt als Halbierungsinitiative – will in der Bundesverfassung festschreiben, dass der Bund zur Finanzierung von Radio- und Fernsehprogrammen, die einen unerlässlichen Dienst für die Allgemeinheit erbringen, eine Abgabe von 200 Franken pro Jahr ausschliesslich von privaten Haushalten erhebt.

Die Initiantinnen und Initianten argumentieren, es brauche eine Entlastung der Haushalte in Zeiten steigender Krankenkassenprämien und Mieten. Schweizerinnen und Schweizer zahlten heute die weltweit höchsten Radio- und TV-Gebühren. Insbesondere fordert das Initiativkomitee, die SRG solle sich auf ihren Kernauftrag konzentrieren. Sie breite sich in Unterhaltung und Sport sowie bei Onlineaktivitäten immer weiter aus, kritisierten SVP-Vertreter in der Nationalratsdebatte über die Initiative im Juni.

Kommentare

User #3447 (nicht angemeldet)

Der ständige Vorwurf der Linkslastigkeit von SRF ist mir zu billig und zu populistisch. Dieses ständige Bashing gefährdet die Initiative. Hoffe sehr, dass auch eine linke Mehrheit JA stimmt und erkennt was seit Jahren bei SRF degeneriert und abgeht. Denn leider trifft das Argument seit spätestens 2020 nicht mehr zu, dass durch den Abbau der Mittel die Demokratie und eine neutrale Berichterstattung in Gefahr seien. SRF ist inzwischen weder objektiv noch neutral, sondern oft infiltrierend und tendenziös, was sich dauernd beispielsweise an einseitiger, wertender Wortwahl manifestiert. Ich bin in den 70ern mit Radio gross geworden und beobachte seit längerem einen steten Qualitätsverfall und eine zunehmende unerträglich anbiedernde Selbstbeweihräucherung.

User #1168 (nicht angemeldet)

Für ein nein werden immer mehr Steuergelder in den Wind geschossen. Trotzdem lasse ich mich von solchen Sachen nicht beeinflussen. Mein ja ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

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