Schweiz bestellt Irans Botschafter ein wegen Gewalt gegen Protest
Die Schweiz hat den iranischen Botschafter eingestellt. Man habe die «grösste Besorgnis» über die vielen Toten bei den Protesten zum Ausdruck gebracht.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweiz hat Irans Botschafter wegen der Gewalt gegen die Proteste einbestellt.
- Man habe auch die «entschiedene» Ablehnung der Todesstrafe bekräftigt.
- Laut der Regierung gab es bei den Protesten 2500 Tote, laut Aktivisten fast 3500.
Die Schweiz hat am Donnerstag den iranischen Botschafter in Bern einbestellt. Sie brachte diesem ihre «grösste Besorgnis» über die Gewalt der iranischen Sicherheitskräfte zum Ausdruck und bekräftigte ihre «entschiedene» Ablehnung jeglicher Todesstrafen.
Mit dieser Einberufung wollte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zum Ausdruck bringen, dass man solche Gewalt nicht verstehe und noch nie so viele Tote in so wenigen Tagen gesehen habe, wie Monika Schmutz Kirgöz dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS erklärte. Sie ist Leiterin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika (MENA) im EDA.

Ihrer Aussage zufolge hat die iranische Regierung bestätigt, dass es seit Beginn der Protestbewegung «mehr oder weniger 2500 Tote» gegeben habe, während die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) von fast 3500 getöteten Demonstranten spricht. Das sei «in so wenigen Tagen beispiellos», sagte die Diplomatin.
Die Schweiz hatte die iranischen Behörden bereits am Montag dazu aufgefordert, der Gewalt gegen die Demonstrierenden ein Ende zu setzen. Die Menschenrechte und die grundlegenden Freiheiten aller Protestierenden seien zu gewährleisten.
Die Schweiz vertritt seit 1980 die Interessen der USA im Iran. Laut Schmutz Kirgöz ist der Kommunikationskanal offen und wird genutzt. «Wir wiederholen auch immer wieder auf beiden Seiten, dass wir zur Verfügung stehen», betonte die Verantwortliche des EDA.
In einem Telefongespräch mit dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats im Iran, Ali Laridschani, bot auch der Sonderbeauftragte des Bundesrates für die USA, Gabriel Lüchinger, die Guten Dienste der Schweiz an, um zu einer Deeskalation beizutragen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur DPA vom EDA.










