Iraner gehen in Zürich und Bern gegen das Regime auf die Strasse
In Zürich und Bern sind am Dienstag Menschen im Protest gegen das iranische Regime auf die Strasse gegangen.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit mehreren Wochen finden im Iran die schwersten Proteste seit Jahren statt.
- Auch in Zürich und Bern gingen am Dienstagabend Demonstranten auf die Strasse.
- In Bern kam es dabei zu Zwischenfällen.
In Zürich versammelten sich am Dienstagabend mehrere hundert Menschen auf dem Europaplatz beim Hauptbahnhof, wie ein Fotograf von Keystone-SDA beobachtete.
Die bewilligte Platzkundgebung, die von Free Iran Switzerland organisiert worden war, blieb friedlich. Die Gruppierung setzt sich für ein Ende der Islamischen Republik ein, wie sie auf ihrer Website schreibt.
Die Demonstrierenden zeigten klar, was sich ihrer Ansicht nach im Iran ändern müsste. Mehrere Bilder des religiösen Führers Ali Khamenei wurden verbrannt.

Auch viele Fahnen aus Zeiten des Schahs, der durch die Islamische Revolution 1979 gestürzt wurde, waren zu sehen.
In Bern blieb eine Demonstration weniger friedlich. Die Polizei setzte am Nachmittag Reizstoff ein. Die Stimmung sei «aufgeheizt» gewesen, schrieb die Kantonspolizei Bern am Dienstagabend in einer Mitteilung.
Die Teilnehmenden der unbewilligten Kundgebung bei der iranischen Botschaft hätten der Aufforderung, die Strasse für den Verkehr umgehend freizugeben, zunächst nicht Folge geleistet.
Kam zu «medizinischem Zwischenfall»
Der Einsatz des Reizstoffes habe der Gewährleistung der Sicherheit gedient, so die Polizei. Es kam gemäss Mitteilung ausserdem zu einem «medizinischen Zwischenfall». Ein Ambulanzteam habe die betroffene Person betreut.

Vor dem Polizeieinsatz waren drei Männer unbefugt in das Botschaftsgelände eingedrungen. Einer von ihnen wurde von der Polizei angehalten, kontrolliert und auf eine Polizeiwache gebracht. Die anderen zwei Männer konnten laut Mitteilung bislang nicht angehalten werden.
Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben inzwischen eine landesweite Dimension angenommen.
In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte.
Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren. Menschenrechtsorganisationen sprachen am Dienstag bereits von mehreren tausend Todesopfern.








