Parlament

Parlament entscheidet über zwei Anti-Windkraft-Initiativen

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Bern,

Der Bundesrat lehnt zwei Volksinitiativen zur Einschränkung des Baus von Windkraftanlagen ohne Gegenvorschlag ab. Er hat am Freitag seine Botschaft ans Parlament zu den beiden Initiativen verabschiedet.

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Das Bundeshaus in Bern. - keystone

Dabei geht es um die Volksbegehren mit den Titeln «Gegen die Zerstörung unserer Wälder durch Windturbinen» (Waldschutz-Initiative) und «Für den Schutz der direkten Demokratie bei Windparks» (Gemeindeschutz-Initiative). Die Landesregierung ist der Ansicht, die Initiativen würden die Stromversorgung im Winter gefährden.

Die Waldschutz-Initiative richtet sich gegen das Bauen von Windparks in oder bei Wäldern. Anlagen mit weniger als 150 Metern Abstand zu Wäldern und Waldweiden müssten zudem abgebrochen werden, wenn sie nach dem 1. Mai 2024 erstellt wurden.

Die Gemeindeschutz-Initiative fordert ihrerseits, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner von Gemeinden sowie Nachbargemeinden, die vom Bau von Windturbinen betroffen sind, über ein solches Projekt abstimmen können. Anlagen, die nach dem 1. Mai 2024 erstellt wurden, bedürften der nachträglichen Zustimmung durch die Stimmberechtigten.

Die Windenergie sei ein Pfeiler für die Versorgungssicherheit der Schweiz im Winter, da Windkraftanlagen besonders im Winter Strom produzierten, hiess es im Communiqué des Bundesrats vom Freitag. Die Schutzinteressen des Waldes seien bereits im geltenden Recht ausreichend berücksichtigt. Auch die geforderte Mitsprache der Bevölkerung sei schon heute gewahrt.

Hinter den Volksbegehren steht ein Verein um den bekannten Windkraft-Gegner Elias Vogt. Die grossen Umweltverbände Birdlife Schweiz, Greenpeace, Pro Natura, Schweizerische Energiestiftung, VCS und WWF lehnen die Initiativen ab, wie sie bereits Anfang Juni klarmachten. Es gehe auch um Rechtssicherheit für laufende Projekte, doppelte die Energiestiftung am Freitag nach.

Kommentare

User #3381 (nicht angemeldet)

die schönen erholungsgebiete in der knappen natur soll nun noch mit diesen anlagen zugemüllt werden, die im verhältnis kaum energie liefern und dies auch nicht konstant. ich denke das muss nicht sein, es gibt bessere lösungen.

User #3465 (nicht angemeldet)

Richtig so. Windenergieanlagen liefern Winterstrom für die Schweiz. Für Windenergieanlagen sind die Wintermonate die ertragreichsten. An sonnigen Tagen ist es in den Bergen nur selten windstill. Während der Wind nachmittags das Tal hinauf in Richtung Berg weht, strömt jeweils in der Nacht und am Morgen kühle Luft aus den Bergen ins Tal. Dann weht in der Schweiz der meiste Wind und es können grosse Mengen Strom produziert werden. Österreich, wie die Schweiz ein Alpenland, macht es vor. Dort fallen bereits 12% des Strommix auf Windenergie. In der Schweiz sind es weniger als 0,5%. Im Rahmen starker Tiefdruckgebiete können in der ganzen Schweiz Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr auftreten und mehrere Stunden bis Tage anhalten. Die Windgeschwindigkeit hat in den vergangenen Jahren weltweit um gut 7% zugenommen. Die Schweiz weist im Jura, in den Voralpen, auf einigen Graten und in einigen Tälern der Alpengünstige günstige Standorte auf. In der Schweiz werden Windrichtung und -stärke stark von der Topografie beeinflusst, vor allem in den Alpen. Der Windpark Juvent auf dem Mont Crosin deckt den Haushaltstromverbrauch von rund 70'000 Personen. Unter Berücksichtigung von Naturschutz und Klimaschutz sind 215 bis 310 Windenergie-Anlagen in der Schweiz sinnvoll und realisierbar.

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