Neues System: So funktioniert der geplante digitale AHV-Auszug
Der digitale AHV-Auszug kommt – doch wie funktioniert er konkret? Das neue System soll den Zugriff auf Vorsorgedaten deutlich vereinfachen.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Online-Plattform bündelt alle AHV-Informationen zentral.
- Versicherte können Beiträge und Renten digital prüfen.
- Die Einführung der Plattform ist frühestens für 2028 geplant.
Der digitale Zugriff auf AHV-Daten hat im Parlament bereits eine wichtige Hürde genommen. Nau.ch berichtete.
Nun rückt die Frage in den Fokus, wie das neue System konkret funktionieren soll. Klar ist: Der heutige Weg über postalisch bestellte Auszüge soll künftig durch eine zentrale Online-Lösung ergänzt werden.
Geplant ist eine «E-Plattform 1. Säule», über die Versicherte ihre persönlichen Daten direkt abrufen können. Nach dem Login erhalten Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf ihr individuelles AHV-Konto, wie SRF berichtet.
Die Informationen sollen gebündelt verfügbar sein
Dort wird ersichtlich, welche Beiträge einbezahlt wurden. Und ob Arbeitgeber ihren Verpflichtungen vollständig nachgekommen sind.
Ein entscheidender Vorteil liegt in der Bündelung der Informationen. Bislang müssen Daten aus verschiedenen Arbeitsverhältnissen oft bei mehreren Ausgleichskassen eingeholt werden. Künftig werden diese Angaben auf der Plattform zusammengeführt und übersichtlich dargestellt.
Neben den AHV-Beiträgen sollen auch Informationen zu IV-Entscheiden abrufbar sein. Damit erhalten Versicherte erstmals eine umfassende digitale Übersicht über ihre Ansprüche in der ersten Säule.
Die Plattform geht noch einen Schritt weiter: Vorgesehen ist auch eine automatisierte Berechnung der voraussichtlichen Rente. So können Nutzer frühzeitig erkennen, ob ihnen im Alter Einbussen drohen, etwa durch fehlende Beitragsjahre.
Neue Lösung soll Vorsorgelücken schneller sichtbar machen
Gerade solche Beitragslücken sind in der Praxis ein häufiges Problem. Beratungsstellen berichten, dass sie oft erst spät entdeckt werden, insbesondere bei Personen mit unregelmässigen Erwerbsbiografien. Die neue Lösung soll helfen, solche Lücken schneller sichtbar zu machen.
Trotz der Digitalisierung bleibt der bisherige Service bestehen. Wer möchte, kann weiterhin einen Auszug per Post bestellen. Die Nutzung der Plattform ist freiwillig. Wer sich registriert, soll jedoch automatisch einmal jährlich eine Übersicht über die eigenen AHV-Beiträge erhalten.
Mit der neuen Lösung will der Bund auch Kosten senken. Der Versand und die Verarbeitung der heutigen Auszüge verursachen jährlich einen hohen administrativen Aufwand. Durch die Digitalisierung könnten diese Ausgaben deutlich reduziert werden.
Bevor das System eingeführt werden kann, muss allerdings noch der Ständerat über die gesetzliche Grundlage entscheiden. Läuft alles nach Plan, steht die «E-Plattform 1. Säule» frühestens ab 2028 zur Verfügung.















