Der Neuenburger Nationalrat Damien Cottier präsidiert neu die FDP-Fraktion im Bundeshaus. Der 46-Jährige hat sich in einer Ausmarchung hauchdünn gegen seinen Waadtländer Ratskollegen Olivier Feller durchgesetzt. Das teilte die Fraktion am Freitag mit.
Der Neuenburger Nationalrat Damien Cottier übernimmt die Führung der FDP-Fraktion im Bundeshaus. Er setzte sich gegen seinen Waadtländer Ratskollegen Olivier Feller durch. (Archivbild)
Der Neuenburger Nationalrat Damien Cottier übernimmt die Führung der FDP-Fraktion im Bundeshaus. Er setzte sich gegen seinen Waadtländer Ratskollegen Olivier Feller durch. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Das Wichtigste in Kürze

  • In einer Sitzung der Westschweizer FDP-Parlamentsmitglieder hatten Cottier und Feller fast gleich viele Stimmen erhalten.

Nun setzte sich Cottier bei der Wahl in der gesamten Fraktion mit 19 von 18 Stimmen durch.

Vollblutpolitiker Cottier ersetzt den Zürcher Nationalrat Beat Walti im Amt. Der 53-Jährige will sich künftig wieder vermehrt auf die Rats- und Kommissionsarbeit sowie auf seine beruflichen Tätigkeiten konzentrieren.

Bereits in der übernächsten Woche wird Cottier als Chef der FDP-Fraktion gefordert sein. Dann beginnt die Frühjahrssession.

Dass Cottier gegenüber Feller im Vorfeld der Wahl etwas weniger Chancen auf den Posten des Fraktionschefs eingeräumt wurden, liegt laut Kommentatoren vor allem daran, dass er erst seit 2019 im Nationalrat sitzt. Der 46-Jährige Neuenburger präsentiert aktuell die parlamentarische Delegation im Europarat und sitzt zudem in der Staatspolitischen Kommission.

Vor seiner Zeit im Nationalrat war Cottier ab 2009 Sprecher der FDP Schweiz und ab 2009 Berater des vormaligen FDP-Bundesrats Didier Burkhalter. Er kennt deshalb Partei und Betrieb seit längerem. Cottier politisiert wie der ehemalige Bundesrat eher am linken Flügel der Freisinnigen.

In einem im Januar veröffentlichten Interview mit der Zeitung «Le Temps» gab sich Cottier selbstbewusst. «Ich präsidierte schon die FDP-Fraktion im Neuenburger Kantonsparlament. Als Fraktionspräsident ist man ein Orchesterdirigent, der Solisten einen Platz geben, aber auch dafür sorgen muss, dass alles harmonisch klingt», sagte er.

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