Frontex

    Nein zu Frontex-Ausbau stellt Schengen-Assoziierung infrage

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Lehnt die Schweiz die Beteiligung am Frontex-Ausbau ab, würde zum ersten Mal eine Schengen-Weiterentwicklung nicht übernommen. Laut Bund hätte dies Folgen.

    Frontex
    Die Schweiz arbeitet seit 2011 mit der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex zusammen. (Symbolbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Schweizer Stimmvolk entscheidet am 15. Mai über die Beteiligung am Ausbau von Frontex.
    • Der Bundesrat warnt vor einem Nein: Der Schweiz drohe ein Schengen-Ausschluss.
    • Der Gemischte Ausschuss müsste jedoch einstimmig dafür sein.

    Ein Nein zur Schweizer Beteiligung an der EU-Grenzschutzagentur Frontex stellt die Schengen/Dublin-Assoziierung der Schweiz infrage. Die Schweiz wäre, um die Zusammenarbeit fortsetzen zu können, auf das Entgegenkommen aller EU-Mitgliedsstaaten angewiesen.

    Das schreibt der Bundesrat in der heute Montag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der FDP-Parlamentsfraktion. Lehnt das Stimmvolk am 15. Mai die Beteiligung am Ausbau von Frontex ab, würde die Schweiz zum ersten Mal eine Schengen-Weiterentwicklung nicht übernehmen.

    Es droht Ausschluss von Schengen/Dublin

    Die Schweizer Assoziierung an Schengen/Dublin läge dann in den Händen des Gemischten Ausschusses, wie der Bundesrat ausführt. Der Ausschuss müsste innerhalb von 90 Tagen entscheiden, dass die Zusammenarbeit mit der Schweiz fortgesetzt wird. Der Entscheid müsste allerdings einstimmig sein.

    Frontex
    Personen verschiedener Organisationen reichen ein Referendum gegen die Finanzierung der Grenzschutzagentur Frontex ein, am Donnerstag, 20. Januar 2021, in Bern. - keystone

    «Im Gemischten Ausschuss wäre die Schweiz somit auf das Entgegenkommen der EU und all ihrer Mitgliedstaaten angewiesen, um ihre Schengen/Dublin-Assoziierung zu bewahren», hält der Bundesrat dazu fest. Komme keine gemeinsame Lösung zustande, ende die Zusammenarbeit nach weiteren drei Monaten automatisch.

    Karin Keller-Sutter warnt vor Nein

    Justizministerin Karin Keller-Sutter hatte beim Start der Kampagne zur Vorlage vor einem Nein gewarnt. Die Ablehnung des Frontex-Ausbaus hätte gravierende Konsequenzen für die Verhinderung von Kriminalität und für das Asylwesen, sagte sie.

    Keller-Sutter
    Justizministerin Karin Keller-Sutter. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

    Das Parlament hatte dem Nachvollzug der Änderung des Gesetzes für Frontex im Herbst gutgeheissen und den jährlichen Beitrag von aktuell 24 Millionen Franken bis 2027 auf 61 Millionen aufgestockt. Auch Personal wird die Schweiz mehr zur Verfügung stellen.

    Weil ein Referendum zustande gekommen ist, hat am 15. Mai das Volk das letzte Wort. Die Gegner befürchten, dass mit dem zusätzlichen Geld die europäischen Aussengrenzen noch mehr abgeschottet und europaweit Sonderflüge für Zwangsausschaffungen beschleunigt würden. Frontex spiele eine zentrale Rolle bei der «Entwürdigung von Flüchtlingen durch Abschiebungen».

    Kommentare

    Weiterlesen

    Frontex-Referendum
    60 Interaktionen
    Schengen-Grenzagentur
    Frontex
    29 Interaktionen
    Abstimmung am 15. Mai
    203 Interaktionen
    Laut Keller-Sutter

    MEHR FRONTEX

    21 Interaktionen
    Madrid
    Frontex
    6 Interaktionen
    Warschau/Lissabon
    Boot
    6 Interaktionen
    Athen/Rhodos

    MEHR AUS STADT BERN

    Hornissen Balkon Bern
    42 Interaktionen
    Leser staunt
    Auszeichnung winkt
    Fahrzeugfahndung
    3 Interaktionen
    Für Fahrzeugfahndung
    Gaza
    305 Interaktionen
    Neue Gaza-Demo