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    Nationalrat will nicht alle Katzen im Land chippen lassen

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Der Nationalrat hat eine Motion zur Chippflicht für Katzen abgelehnt. In der Schweiz leben laut Medienberichten rund 1,8 Millionen Katzen.

    Katzen Chippflicht
    Rund 225'000 herrenlose Katzen gibt es laut einer Studie im Auftrag des Bundes schätzungsweise in der Schweiz. (Symbolbild) - Keystone

    Im Gegensatz zu Hunden sollen Hauskatzen in der Schweiz nicht gechippt und in einem Register eingetragen werden müssen. Der Nationalrat hat eine von vielen Seiten unterstützte Motion aus der Grünen Fraktion abgelehnt.

    Mit 108 zu 80 Stimmen sagte die grosse Kammer Nein zum Vorstoss, den über zwei Dutzend Ratsmitglieder mit unterschrieben hatten. Durchgesetzt hat sich nun aber eine von der SVP angeführte Minderheit. Die auch vom Bundesrat unterstützte Motion ist vom Tisch.

    Minderheitssprecher Sylvain Freymond (SVP/VD) sagte, viele Halterinnen und Halter liessen ihre Katze heute schon freiwillig chippen, zum Wohl ihres Tieres. Die Pflicht schaffe keinen Mehrwert. Viele Streunerkatzen seien herrenlos, und vor allem sie sorgten für Probleme. Sie zu chippen, sei unrealistisch und teuer.

    Motionärin Meret Schneider (Grüne/ZH) warb vergeblich für ihr Anliegen. Jedes Jahr würden Tausende herumirrende Katzen in Tierheimen abgegeben, während Besitzer die Tiere erfolglos suchten. Und 10'000 Katzen im Jahr würden als vermisst gemeldet.

    Nach wie vor würden nicht mehr gewünschte Tiere ausgesetzt. Es brauche deshalb eine Chippflicht. Die Kosten fürs Chippen – einmalige 90 Franken – könnte Menschen dazu bringen, sich die Anschaffung einer Katze gründlicher zu überlegen, sagte Schneider. «Der Kauf eines Tieres darf keine leichtfertige Entscheidung sein.»

    Knapp 786'000 Katzen im April registriert

    Auch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider unterstützte die Chippflicht. Die damit einhergehende Registrierung könnte statistische Daten liefern und mehr Kontrolle über streunende Katzen ermöglichen. Beim Chippen könnten Tierärzte und -ärztinnen die Gesundheit und den Impfstatus der Tiere kontrollieren. Die Kosten der Registrierung seien tief, sagte sie auf Nachfrage.

    In der Schweiz leben laut Medienberichten rund 1,8 Millionen Katzen. Die Registrierung der Tiere in einer Datenbank und die Suche nach ihnen ist heute freiwillig möglich und wird zunehmend vorgenommen.

    Im vergangenen April waren in der Schweiz knapp 786'000 Katzen registriert, wie Zahlen von Identitas zu entnehmen ist. 2016, vor knapp zehn Jahren, waren es noch etwas weniger als 350'000. Auch die Zahl der Halter registrierter Katzen ist gestiegen auf zuletzt bei knapp 477'000.

    Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) nahm bereits Abklärungen für eine nationale Chippflicht für Katzen vor. Dazu steht das Amt im Austausch mit den kantonalen Veterinärdiensten. Es bestätigte im vergangenen Dezember einen Bericht der Zeitung «Blick».

    Rund 225'000 herrenlose Katzen gibt es laut einer Studie im Auftrag des Bundes schätzungsweise in der Schweiz. Freiwillige Kastrationen könnten zwar helfen, die Zahl von Streunerkatzen zu verringern, genügten aber nicht, solange die verwilderten Tiere genügend Futter fänden und Unterschlupf-Gelegenheiten hätten.

    Eine landesweite Kastrationspflicht für Katzen lehnte der Nationalrat 2020 ab. Gemäss der geltenden Tierschutzverordnung sind Katzenhalter und -halterinnen verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sich ihre Tiere nicht unkontrolliert vermehren.

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    Kommentare

    User #6350 (nicht angemeldet)

    Ich sehe bei der Chippflicht nur Vorteile: für die Katze selbst, für den Besitzer, für Fremde, welche das Tier „herrenlos“ auffinden, für die Gesellschaft usw.

    User #4649 (nicht angemeldet)

    Aber hunde,mitsamt steuern und impfung sehr wohl?

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