Nationalrat fordert Bericht zu Gewaltdynamiken unter jungen Männern
Der Nationalrat macht sich Sorgen über unter vor allem jungen Männern kursierende Ideologien, die zu Gewalt an Frauen respektive zur Radikalisierung führen können. Er will vom Bundesrat geprüft haben, ob und wie Bund, Kantone und Gemeinden für die Vorbeugung mit einem Rahmenkonzept unterstützt werden können.

Mit 135 zu 57 Stimmen und mit einer Enthaltung nahm die grosse Kammer am Mittwoch ein Postulat von Patrick Hässig (GLP/ZH) an, nach teilweise emotionalen Voten. Demnach muss der Bundesrat prüfen, in welcher Form wirksam auf zunehmende männlichkeitsideologische Gewalt- und Radikalisierungsdynamiken unter jungen Männern reagiert werden kann.
Sechs Nationalräte aus sechs Parteien arbeiteten zusammen, um gemeinsam gegen Männergewalt einzustehen, sagte Hässig im Rat. «Wir sind uns einig, dass Gewalt gegenüber Frauen in unserem Land ein Problem ist, und dass wir nicht länger wegschauen dürfen.» Die Männergruppe wolle jetzt Grundlagen für eine wirksame Politik.
Studien zeigten, dass Jugendliche über soziale Medien rasch in toxische Online-Milieus gerieten, in denen Frauenfeindlichkeit, Gewaltverherrlichung und extremistische Inhalte verbreitet würden, schrieb Hässig zum Vorstoss. Diese Entwicklungen hätten einen Zusammenhang mit der Zunahme von Femiziden in der Schweiz.
Seien Gewalttäter Ausländer, dürften sie zu oft im Land bleiben, entgegnete Monika Rüegger (SVP/OW). Oft seien sie nicht integrierte Männer aus Staaten, in denen Frauen wenig bis keine Rechte hätten. Es brauche mehr Härte und eine konsequente Ausschaffungspraxis. Das Gewaltproblem müsse mit Taten angegangen werden, nicht mit Berichten.
Der Bundesrat war mit dem Auftrag einverstanden. Es gehe darum, das Problem der Manosphere-Netzwerke zu verstehen, sagte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Der Bundesrat äusserte sich in der Stellungnahme zum Postulat besorgt über die Verbreitung von Gewalt begünstigenden Männlichkeitsnormen.










