Jetzt fertigen humanoide Roboter Flughafen-Gepäck ab
Am Flughafen Tokio-Haneda testet Japan Airlines humanoide Roboter, die künftig Gepäck transportieren und somit das Personal entlasten sollen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Humanoide Roboter schleppen in einem Pilotversuch Gepäck an einem Flughafen in Japan.
- Sie sollen Arbeitskräfte entlasten und dem Personalmangel entgegenwirken.
- Nau.ch hat nachgefragt, ob bald auch bei uns gepäckschleppende Roboter kommen.
Am Flughafen Tokio-Haneda werden bald humanoide Roboter Koffer schleppen. Japan Airlines (JAL) startet Anfang Mai einen Pilotversuch, der bis 2028 dauern soll.
Die Roboter, die in Form und Bewegung dem Menschen nachempfunden sind, stammen vom chinesischen Unternehmen Unitree. Sie sind 130 Zentimeter gross und für das Gepäck der Reisenden auf dem Rollfeld zuständig, wie der «Guardian» berichtet.
Haneda ist einer der grössten Flughäfen Asiens und zählt über 60 Millionen Passagiere pro Jahr. Ziel ist es, den Druck auf das menschliche Personal zu verringern.
Bei einer Vorführung für Journalisten in Japan war zu sehen, wie ein Roboter Frachtstücke auf ein Förderband schob. Er stand neben einem JAL-Passagierflugzeug und winkte dabei einem echten Mitarbeiter zu.
Roboter entlasten das Personal an Japans Flughäfen
Yoshiteru Suzuki, Präsident von JAL Ground Service, erklärt gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo: «Der Einsatz von Robotern für körperlich anstrengende Arbeiten würde die Belastung der Arbeitnehmer zwangsläufig verringern.»
Dies bringe den Mitarbeitern erhebliche Vorteile. Er betonte aber, dass bestimmte Aufgaben weiterhin Menschen übernehmen werden. Dazu gehört etwa das Sicherheitsmanagement.
Sehen wir die Roboter bald am Flughafen Zürich?
Nau.ch hat beim Flughafen Zürich nachgefragt, ob der Einsatz solcher Roboter auch hierzulande denkbar ist. Denn auch hier versucht man, die Mitarbeitenden in der Gepäckabfertigung bestmöglich zu entlasten.
Dies allerdings nicht mit humanoiden Robotern, erklärt Mediensprecherin Andrea Bärwalde: «Zum Beispiel prüfen wir den Einsatz neuartiger Gepäckwagen, die das Heben der Gepäckstücke auf das Gepäckband erleichtern oder ersetzen sollen.»
Am Flughafen Zürich werden in anderen Bereichen Roboter eingesetzt
Auch der Bodenabfertiger Swissport prüft und testet Automatisierungen im Bereich Gepäckabfertigung, so Bärwalde.
Roboter sind aber in einem anderen Bereich im Einsatz: «Die Flughafen Zürich AG hat insgesamt 26 Reinigungsroboter in verschiedenen Grössen beschafft», sagt die Mediensprecherin.
Diese würden vor allem für körperlich anstrengende Aufgaben eingesetzt. Auch zwei selbstfahrende Shuttlebusse seien am Flughafen im Einsatz.

Roboter als Reaktion auf Arbeitskräftemangel
In Japan entlasten die Roboter die menschlichen Arbeitskräfte vor allem bei Abläufen ausserhalb des Sichtbereichs der Passagiere.
Die Unternehmen planen, die Roboter künftig auch für weitere Aufgaben wie die Reinigung von Flugzeugkabinen einzusetzen. Die menschlichen Maschinen können zwei bis drei Stunden ununterbrochen arbeiten, bevor sie aufgeladen werden müssen.
Japan kämpft gleichzeitig gegen Tourismusboom und Bevölkerungsrückgang
Japan verzeichnet derzeit einen starken Anstieg an ausländischen Besucherinnen und Besuchern. Im Jahr 2025 wurde mit 42,7 Millionen Touristen ein Rekord aufgestellt.
Gleichzeitig schrumpft die einheimische Bevölkerung. Japan altert schnell, und immer weniger Menschen stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Schätzungen zufolge wird Japan bis 2040 mehr als 6,5 Millionen ausländische Arbeitskräfte benötigen, um seine Wachstumsziele zu erreichen. Weil die Regierung die Einwanderung jedoch einschränken soll, werden Lösungen wie der Einsatz von Robotern umso wichtiger.





















