Nach Eklat: Keiner glaubt, dass SVP-Aeschi zufällig auf Treppe war

    Von den meisten Politik-Kollegen von SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi hagelt es Kritik. Aber FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen zeigt Verständnis.

    00:00 / 00:00

    FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen äussert sich zum Aeschi-Eklat. - Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi legte sich heute Morgen mit Bundespolizisten an.
    • Ein exklusives Nau.ch-Video zeigt das Handgemenge, dieses teilte Aeschi danach auf X.
    • Die Reaktionen von Politikern und Bevölkerung fallen sehr unterschiedlich aus.

    Am Mittwochmorgen ist es im Bundeshaus zu einem Eklat mit SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi und der Bundespolizei gekommen. Er versuchte, einen gesperrten Bereich zu passieren, wie ein Exklusiv-Video von Nau.ch zeigt.

    Grund für die temporäre Blockade war ein Fototermin mit dem ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk. Dies passte Aeschi gar nicht: «Es geht darum, dass während der Session die parlamentarische Arbeit vor ausländischen Staatsbesuchen Vorrang hat», schreibt er auf X. Und teilt dazu das Nau.ch-Video.

    Thomas Aeschi Twitter
    Der SVP-Fraktionschef teilte das Video vom Vorfall auf X. - X / @thomas_aeschi

    Die Reaktionen von Parlamentskollegen und X-Usern liessen nicht auf sich warten. Nationalrat David Roth (SP) schreibt beispielsweise auf X, dass die Führungsriege der SVP «die grössten Putin-Krawallanten» der Schweiz seien.

    Dass Aeschi zufällig auf der Treppe war, glaubt kaum einer.

    Roth schreibt, sie hätten seiner Meinung nach versucht, den Empfang des ukrainischen Parlamentspräsidenten zu stören. «Das unwürdige Verhalten musste am Schluss von der Spezialeinheit der BE-Polizei gestoppt werden», so Roth weiter.

    00:00 / 00:00

    SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi wollte trotz Absperrung die breite Treppe benutzen – es kam zum Handgemenge mit Bundespolizisten. - Nau.ch

    Anders tönt es hier: Im Gespräch mit Nau.ch sagt Christian Wasserfallen, FDP-Nationalrat (BE), dass die Sperrung während der Session nicht verhältnismässig gewesen sei. Er verstehe die Reaktion von Aeschi.

    «Es kann nicht sein, dass überall im Treppenhaus mit Maschinenpistolen bewaffnete Bundespolizisten stehen. Und so die Leute und Mitglieder des Parlamentes daran hindern, sich im Gebäude frei zu bewegen», kritisiert Wasserfallen. «Eine solche Situation – die ich in meinen 16 Jahren im Parlament übrigens noch nie erlebt habe – darf sich so nicht wiederholen», sagt er.

    Nationalrat wollte «15 seconds of fame»

    Polit-Analyst Mark Balsiger nutzte die Gelegenheit wiederum, um einen Witz zu machen. «Die Nationalräte Aeschi & Graber versuchten sich im Bundeshaus eben mit Andy Warhols ‹15 seconds of fame›», schreibt er. «Rein zufällig» hätten sie just während des Fototermins die Treppe runter gemusst.

    «Ohne Ironie und Polemik: Sicherheit geht vor», führt er aber aus. «Das sollten Volksvertreter respektieren.»

    00:00 / 00:00

    Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter ist schockiert, dass SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi Regeln missachtet. - Nau.ch

    Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (Mitte/BL) zeigt sich gegenüber Nau.ch schockiert: «Es gibt im Bundeshaus Regeln, welche sich das Parlament zu seiner eigenen Sicherheit gibt.» Die Sicherheitskräfte würden diese Regeln in ihrem Auftrag vollziehen. «Der Auftritt dieser Parlamentarier ist eine Schande.»

    «Macht in den Kopf gestiegen?»

    Christina Bachmann-Roth, Präsidentin der Mitte Frauen Schweiz, fragt Aeschi auf X, ob er denke, als gewählter Politiker über Recht und Ordnung zu stehen. «Sie haben sich der Polizei widersetzt!», schreibt sie. «Ist Ihnen die Macht in den Kopf gestiegen?»

    Auch Aeschi könne sich laut Bachmann-Roth nicht alles erlauben. Ihm würden mehr Respekt, Anstand und Demut besser stehen.

    Ist das Verhalten der SVP-Nationalräte Aeschi und Graber nachvollziehbar?

    Für «schwach und unnötig» hält Maya Bally die Aktion. Auch die Aargauer Mitte-Nationalrätin ist überzeugt: Aeschis Auftritt war kein Zufall. Sie schreibt, dass das Ganze «pure Provokation» war. Auf X schreibt sie ausserdem: «Das ist unwürdig und geht auf Kosten der Polizei, die ihre Aufgabe erledigt.»

    Kommentare

    User #2733 (nicht angemeldet)

    Als Wähler von Aeschi bin ich soweit zufrieden, er hätte nur noch nehr machen können!

    User #1107 (nicht angemeldet)

    Beim Finanzcrash wirds nicht nur geprügelt!!

    Weiterlesen

    Thomas Aeschi Fedpol Ukraine
    4'639 Interaktionen
    Eklat im Bundeshaus!
    svp graber
    4'600 Interaktionen
    Wurde weggewiesen
    SVP Grenzschutz-Initiative
    12 Interaktionen
    Einstimmig

    MEHR SVP

    Katja Stettler-Riem geheiratet
    7 Interaktionen
    Baldige Geburt
    SVP-Grossrat Reto Zbinden.
    474 Interaktionen
    Zbinden (SVP)

    MEHR AUS STADT BERN

    Philip Kohli
    1 Interaktionen
    Philip Kohli
    Dr. Sarah Schläppi
    «Sarah hat Recht»
    Die Berner Zytglogge-Uhr. - Daniel Zaugg
    Zytglogge-Zeitrichter