Martullo-Blocher: «Europa muss mit Putin verhandeln»

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    Bern,

    Wegen der gefährdeten Gasversorgung soll Europa mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin verhandeln, erklärt SVP-Vizepräsidentin Magdalena Martullo-Blocher.

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    Magdalena Martullo-Blocher (SVP/GR) im Nationalrat. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • SVP-Vizepräsidentin Martullo-Blocher sagt: «Europa muss mit Putin verhandeln».
    • Sie mache sich Sorgen wegen der Gasversorgung der EU und den wirtschaftlichen Folgen.
    • Zudem kritisiert sie die Unterstützung für die Ukraine.

    Aus Sicht von SVP-Vizepräsidentin und Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (GR) muss Europa mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine stabile Gasversorgung und Frieden in der Ukraine verhandeln. Denn die Sanktionen des Westens gegen Russland schadeten vor allem der EU, sagte die Unternehmerin in einem Interview.

    «Ich mache mir grosse Sorgen um die Europäische Union, aber auch um die Schweiz, weil die EU der grösste Absatzmarkt der Schweiz ist». Das sagte Magdalena Martullo-Blocher im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag.

    Ignazio cassis Martullo-Blocher
    Aus Sicht von SVP-Vizepräsidentin und Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher muss Europa mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine stabile Gasversorgung und Frieden in der Ukraine verhandeln. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

    Die Drosselung der Gasexporte aus Russland habe den Gaspreis weiter in die Höhe getrieben, was wiederum die Inflationsrate steigen lasse. «Die bittere Wahrheit ist, dass die aktuellen Sanktionen (gegen Russland) Europa nun härter treffen als Putin selber.»

    Magdalena Martullo-Blocher kritisiert Unterstützung für Ukraine

    Die SVP-Nationalrätin fordert deshalb: «Europa muss mit Putin eine stabile Gasversorgung mindestens bis im Frühling 2023 und einen Frieden verhandeln!» Stattdessen reisten die Staatspräsidenten (von EU-Ländern) in die Ukraine und stellten weitere finanzielle Mittel, die sie nicht hätten, für Waffen sowie einen EU-Beitritt in Aussicht, kritisierte sie.

    Europa werde sich in den kommenden Jahren von der Gasabhängigkeit lösen, zurzeit sei die EU jedoch von russischem Gas abhängig, sagte sie. Und wenn der EU das Gas fehle, fehle es auch der Schweiz.

    Mit einer Friedenslösung würden «unsere Werte» nicht aufgegeben. «Im Gegenteil. Friede ist ein europäischer Wert», sagte Martullo-Blocher.

    Bei Verhandlungen gebe es immer zwei Parteien. Die Konditionen könnten und müssten verhandelt werden. «Ein Friede ist aber sicher immer besser als ein Krieg!»

    Schweiz «keine bedeutende Rolle»

    Auf die Frage, welche Rolle die Schweiz im Hinblick auf die Ukraine-Konferenz Anfang Juli in Lugano spielen könne, sagte Martullo-Blocher: «Wahrscheinlich keine bedeutende.» Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj werde vielleicht per Video zugeschaltet, die Russen kämen gar nicht. Verhandeln könne man aber nur, wenn die Verhandlungspartner Bereitschaft dafür zeigten.

    Sollte die EU mit Putin verhandeln?

    «Die Europäer müssen nun die Führung übernehmen», forderte die SVP-Politikern. Die Schweiz müsse wenigstens den Anspruch haben, auf Lösungen hinzuarbeiten. Leider sei ihre Neutralität seit der Übernahme der EU-Sanktionen (gegen Russland) geschwächt. «Aber wir müssen es versuchen!»

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