SVP

    Marco Chiesa will Vergütung für SVP-Präsidentenamt

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Die SVP hat den Ständerat als Parteipräsident nominiert. Für das Amt fordert der Tessiner nun eine Vergütung – sonst sei es aussliesslich der Elite vorbehalten.

    Marco Chiesa
    Der Präsident der SVP, Marco Chiesa, ist gegen das Covid-Gesetz spricht sich aber für eine Impfpflicht beim Pflegepersonal aus. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Marco Chiesa wurde für das Partei-Präsidium der SVP nominiert.
    • Für das eigentlich unbezahlte Amt will der Ständerat eine Entschädigung.
    • Denn sonst kämen für das Amt nur wohlhabende Kandidaten in Frage.

    Der Tessiner Ständerat Marco Chiesa will SVP-Parteichef werden. Und für das eigentlich unbezahlte Amt fordert er in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen vom Montag eine Entschädigung. «Ich war schon immer dafür, dass der SVP-Präsident entschädigt wird», erklärte Chiesa.

    Sonst kämen nur reiche Kandidaten für das Amt infrage, sagte er. «Und wir sind ja keine Partei der Elite, sondern des Volkes», hob der Politiker hervor. Nun liege es an der Parteileitung, über diese Angelegenheit zu entscheiden, hiess es weiter.

    Chiesa sähe sich als «volksnaher» Präsident

    Bezüglich dieser SVP-Führungsaufgabe sagte Chiesa, dass es sein Ziel wäre, ein volksnaher SVP-Parteipräsident zu sein. Er hoffe, dass ihn die Menschen ebenso als Sympathieträger wahrnähmen, wie dies bei SVP-Parteipräsidenten Albert Rösti oder Toni Brunner der Fall gewesen sei. «Noch stärker als sie möchte ich mich um die Grenzkantone kümmern», betonte der 45-Jährige aber in diesem Zusammenhang.

    Rösti
    Albert Rösti (SVP/BE) - Keystone

    Damit die SVP nach den jüngsten Wahlschlappen wieder zu ihrer alten Form zurückfindet, braucht es laut Chiesa mehr Leidenschaft und Motivation, «um mit voller Kraft für die Interessen unseren Landes und der Menschen zu kämpfen», erklärte er zudem.

    Im Tessin habe man daher schon vor Jahren das Motto «Prima i nostri» formuliert. Dies könne man mit «Switzerland first» übersetzen, sagte Chiesa im Interview. Dies habe allerdings nichts mit US-Präsidenten Donald Trump zu tun.

    Ständerat Chiesa kündigte Job

    Den Ausschlag für sein Interesse an dem SVP-Spitzenamt, das er erst abgelehnt hatte, habe eine private und eine berufliche Komponente gegeben, erklärte er weiter. So wisse Chiesa nunmehr seine Familie voll hinter sich. Und seinen Job als Direktor eines Alterszentrums habe er zudem gekündigt. «Ich habe die Stelle aber nicht nur im Hinblick auf eine allfällige Wahl aufgegeben, sondern auch, weil sie zeitlich zunehmend unvereinbar war mit meinem Mandat als Ständerat.»

    SVP andreas glarner
    SVP-Nationalrat Andreas Glarner wehrt sich gegen die Vorwürfe. - Keystone

    Der Parteileitungsausschuss der SVP Schweiz will diese Woche über den Entscheid der Findungskommission für das SVP-Präsidium beraten, nur den Tessiner Ständerat als Präsidentschaftskandidaten vorzuschlagen.

    Der Aargauer Nationalrat Andreas Glarner, der ebenfalls Interesse angemeldet hatte, hat seine Kandidatur bereits zurückgezogen. Ob der Zürcher Nationalrat Alfred Heer als Kandidat im Rennen bleiben oder eine Kampfwahl erzwingen will, ist noch offen.

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