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Kritik an Auftritt von italienischem Lega-Politiker im Tessin

Keystone-SDA
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Bellinzona,

Im Tessin sorgt der für morgen Mittwoch geplante Auftritt des italienischen Europaabgeordneten Roberto Vannacci in Mendrisio für Widerstand. Der Lega-Politiker ist bekannt für seine offen rassistischen, xenophoben und diskriminierenden Positionen.

Roberto Vannacci
Der stellvertretende Lega-Vorsitzende Roberto Vannacci erklärte, er wolle künftig seinen politischen Weg allein gehen. (Archivbild) - keystone

Eingeladen wurde Vannacci auf Initiative der lokalen SVP-Sektion Mendrisio, wie die SVP Tessin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte. Die 400 Plätze im Hotel Coronado seien ausgebucht.

Für die Zeit des Auftritts am Mittwochabend ist eine Protestkundgebung angekündigt, wie das Onlineportal «Ticinonline» am Dienstag berichtete. Die Gemeinde Mendrisio gab demnach bekannt, dass die Via Borromini von 19 bis 21.30 Uhr im Bereich des Hotel Coronado für den Verkehr gesperrt werde.

Die Einladung Vannaccis, der immer wieder durch rassistische und xenophobe Äusserungen auffällt, hat in der öffentlichen Debatte im Tessin für einigen Aufruhr gesorgt. Kritisch gegenüber der Veranstaltung äusserte sich unter anderem die «Bewegung für den Sozialismus» (MPS). Sie reichte gar eine dringende Interpellation ein, um den Regierungsrat zu fragen, ob die Anwesenheit des ehemaligen Generals der italienischen Armee mit der Schweizer Rechtsordnung vereinbar sei.

Auch die SP Tessin stellt sich klar gegen den Auftritt des Leghisten im Sottoceneri. Bereits im vergangenen Dezember veröffentlichte sie den Artikel eines Parteimitgliedes aus Morbio Inferiore, der in der Tessiner Tageszeitung «La Regione» abgedruckt wurde. «Ich bin stets für die Meinungs- und Gedankenfreiheit, aber in diesem speziellen Fall fällt es mir schwer», heisst es da.

Die Anwesenheit «einer solchen Person» bringe keinen Mehrwert. Vannacci verbreite auf der benachbarten Halbinsel «ungesunde Prinzipien – Ängste, Hass, Spaltung und Diskriminierung aller Art». Er beziehe «extremistische Positionen gegen Frauen, Homosexuelle und generell gegen das Anderssein» und greife auch die Demokratie an.

Aufgrund seines im Jahr 2023 erschienen Buches «Il mondo al contrario» – auf Deutsch: «Die verkehrte Welt» – ist Vannacci von der römischen Staatsanwaltschaft in das Ermittlungsregister wegen Anstachelung zum Rassenhass eingetragen worden.

Kommentare

User #5923 (nicht angemeldet)

Wer nicht auf dem Merkelkurs ist muss Raus ! Das ist ein Befähl 😂

User #2929 (nicht angemeldet)

Hat er Bellizona mit Rom verwechelt?

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