Jungfreisinnige fordern Wehrpflicht für alle und Zivildienst-Aus
Mega-Aufrüstung für die Schweiz! Jungfreisinnige wollen einen Raketen-Schutzschirm und eine Armee-Offensive.

Das Wichtigste in Kürze
- Jungfreisinnige wollen mehr Geld für die Armee – 2 Prozent des BIP sollen genutzt werden.
- Das käme auf rund 17 Milliarden Franken – fast dreimal so viel wie bisher.
- Die Steuern sollen aber nicht erhöht werden – stattdessen sollen Subventionen wegfallen.
Massiv aufrüsten, modernisieren – und das ganz schnell: Die Jungfreisinnigen präsentieren einen radikalen Plan für die Zukunft der Schweizer Armee.
Ihr Ziel? Die Schweiz soll beim Militär endlich mit den grossen westlichen Staaten mithalten, so der «Tagesanzeiger». Denn: In der Nato haben erstmals alle 31 Mitgliedsländer die Marke von zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) für Verteidigung geknackt. Und steuern bereits auf 3,5 Prozent zu.
Und die Schweiz? Hinkt hinterher. Zwar forderten SVP, FDP und Mitte nach dem Ukrainekrieg mehr Geld fürs Militär – passiert ist bisher wenig. Selbst das Ziel von einem Prozent bis 2032 ist noch nicht richtig finanziert.
Jetzt gehen die Jungfreisinnigen in die Offensive.
Konkret verlangen sie: Zwei Prozent des BIP für die Verteidigung. Das entspricht rund 17 Milliarden Franken. Fast eine Verdreifachung des heutigen Budgets von 6,3 Milliarden.
Raketenabwehr nach israelischem Vorbild
Besonders gross sehen sie die Lücken bei der Luftverteidigung. Die Schweiz sei kaum gegen moderne Bedrohungen wie Raketen oder Drohnen geschützt.
Die Lösung? Ein Schutzschirm ähnlich dem israelischen «Iron Dome», der über 90 Prozent der Geschosse abfangen kann.
«Auch die Schweiz braucht eine glaubwürdige Luftverteidigung», so Jonas Lüthy, der seit März 2024 Präsident der Jungfreisinnigen ist. Der Schutz soll Städte und kritische Infrastruktur vor Angriffen aus der Luft bewahren, sagt er zur Zeitung.
Wehrpflicht für alle – Zivildienst vor dem Aus
Doch damit nicht genug: Die Jungfreisinnigen wollen einen echten Systemwechsel. Die Wehrpflicht soll künftig für alle gelten – auch für Frauen. Dafür soll aber der Zivildienst komplett abgeschafft werden.
Stattdessen soll ein gemeinsamer Katastrophenschutz mit dem Zivilschutz umgesetzt werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde im Parlament bereits gemacht.
Und wer bezahlt das Ganze? Neue Steuern? Kommen für die Jungfreisinnigen nicht infrage.
Stattdessen soll an anderer Stelle gespart werden – vor allem bei Subventionen. Eine Studie des Instituts für Wirtschaftspolitik in Luzern zeige: Jährlich fliessen rund 38 Milliarden Franken in staatliche Unterstützung, die teilweise fragwürdig sei. «Die Subventionsjäger in Bern müssen im Interesse der Sicherheit des Landes jetzt für einmal verzichten», so Lüthy.

















