Grünen-Baumann will Tiefstpreis-Aktionen beim Wein verbieten

Vorwiegend Import-Wein und dann als Lockvogel-Angebot: Solche Aktionen seien unverständlich, sagt der Seeländer Nationalrat Kilian Baumann.

Nationalrat Kilian Baumann
Nationalrat Kilian Baumann (GPS/BE) spricht während der Frühlingssession der Eidgenössischen Räte, am 28. Februar 2024. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nationalrat Kilian Baumann (GPS/BE) fordert ein Verbot von Tiefstpreis-Aktionen bei Wein.
  • Diese dienten alleine als Lockvogel-Angebote, kritisiert er.
  • So gerate der Absatz von Schweizer Wein zusätzlich unter Druck.

Der 6er-Karton Cabernet/Syrah aus Languedoc-Roussillon für 41 statt 71 Franken. 32 Prozent Rabatt auf den Primitivo di Manduria für Kunden mit Bonus-App. Oder der Chianti Classico zum halben Preis.

Ob bei Denner, Lidl oder Coop: «Sonderangebote mit Produkten aus ausländischer Produktion dienen nicht dem Abbau von Überbeständen aus der Schweizer Landwirtschaft», sagt Grünen-Nationalrat Kilian Baumann. «Sondern als Lockvogelangebote» – und damit nicht der Vermeidung von Food Waste. Sondern um Konsumentinnen und Konsumenten in die Läden zu locken, so seine Kritik.

Tiefstpreise beim Import-Wein: «Unverständlich»

Doch damit soll jetzt Schluss sein, wenn es nach dem Seeländer Bauern geht. Er hat im Nationalrat eine Motion eingereicht, die den Bundesrat zu Gegenmassnahmen verpflichten soll: Entweder entsprechende Zielvereinbarungen mit dem Detailhandel oder dann halt rechtliche Grundlagen. Hauptsache, das Marketing mit Wein als Frequenzbringer wird unterbunden.

Tiefstpreis-Aktionen Wein
Tiefstpreis-Aktionen mit Wein aus Italien oder Frankreich sind Nationalrat Kilian Baumann (GPS/BE) ein Dorn im Auge. - Screenshot lidl.ch / coop.ch / denner.ch

Denn, so Baumann zum BärnerBär: «Gerade beim Wein ist es unverständlich, dass importierter Wein zu Tiefstpreisen angeboten wird. Während gleichzeitig der Absatz von Schweizer Wein kontinuierlich sinkt.»

Das betreffe landwirtschaftliche Produkte allgemein, sei beim Wein aber besonders stossend.

Überparteiliche Unterstützung wahrscheinlich

Die Motion von Kilian Baumann haben rund ein Dutzend Ratsmitglieder mitunterzeichnet. Allerdings ausschliesslich aus der Fraktion der Grünen.

Und nicht etwa von denjenigen Parlamentariern, die sich unter «Gaudium Suisse – Genuss mit Haltung» zusammengeschlossen haben.

Ihm gehe es mit seinem Vorstoss darum, den Schweizer Weinbau zu stärken, stellt Baumann klar. «Da es sich um ein Anliegen der Schweizer Landwirtschaft handelt, gehe ich davon aus, dass es in der Debatte auch aus anderen Parteien Unterstützung für dieses Anliegen geben wird.»

Kommentare

User #4917 (nicht angemeldet)

Dann wäre ich dafür die Grünen zu verbieten.

User #5081 (nicht angemeldet)

Seine persönlichen Interessen gehören nicht in den Rat

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