Sexistisch? Maitannli sorgt in Berner Gemeinde für Wirbel
Seit Anfang Mai bietet sich in Leuzigen BE an der Hauptstrasse ein makabres Bild. Eine Puppe hängt an einem Maitannli mit dem Namen «Larissa». Ist das Sexismus?

Das Wichtigste in Kürze
- Seit Anfang Mai steht ein Maitannli samt Puppe in Leuzigen BE.
- Ist das Sexismus oder Tradition?
- Anwohner äussern sich zu der aufgestellten Tanne.
Plakativ und mitten an der Hauptstrasse steht seit Anfang Mai ein Maitannli in Leuzigen BE. Das ist grundsätzlich nichts Aussergewöhnliches.
Doch dieses Mal hängt laut «Blick» eine Frauenpuppe mit rosa angemaltem Schritt und Brüsten daran. Auf einem Schild, befestigt am Maitannli direkt über der Puppe, steht ein Name: «Larissa».
Die Puppe sorgt im Ort und darüber hinaus für Sexismus-Diskussionen und Empörung.
Das Aufstellen des Baumes, immer in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, hat lange Tradition. Der Brauch stammt aus der Schweiz, genauer gesagt aus den Kantonen Bern, Solothurn und Aargau.
Die Tanne gilt als Liebesbeweis und wird von jungen Männern aufgestellt. Die Teenager stellen den Baum vor dem Haus eines gleichaltrigen Mädchens auf – eine Einladung für ein Date.
Sexismus oder Tradition?
Die Aufmachung der Puppe weckt ein unschönes Gefühl, auch durch die makabre Einfärbung der Brüste. Eine Anwohnerin äussert sich gegenüber dem «Blick»: «Die Darstellung wirkt einschüchternd, entwürdigend und gewaltbezogen.»
Ebenfalls wird kritisiert, dass das Maitannli mitten im Dorf steht und nicht vor dem Haus der Verehrten. So wird dem ganzen Dorf zur Schau gestellt, dass Larissa ihren Geliebten verschmäht. Wie schon öfter bei alten Traditionen steht der Vorwurf des Sexismus im Raum.

Daniel Baumann, Gemeinderatspräsident von Leuzigen, spielt den Vorwurf des Sexismus herunter: Es handle sich «um ein scherzhaftes Mahnzeichen für das Nichteinhalten des Brauchs».
Der Vater von Larissa (16) äussert sich gegenüber dem «Blick» uninteressiert. Seiner Tochter sei der Brauch komplett egal.
Er findet es aber schön, wenn junge Männer sich organisieren und zusammenarbeiten. Jedoch gäbe es heutzutage bessere Möglichkeiten, um jemanden kennenzulernen.








