Gerhard Pfister

    Gerhard Pfister kontert Alice Weidel: Ist die Schweiz undemokratisch?

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Region Zug,

    Für AfD-Chefin Alice Weidel ist Demokratie dann gegeben, wenn das Volk die Regierung wählt. Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister erinnert sie daran, wo sie wohnt.

    Alice Weidel AfD
    Alice Weidel, Bundesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende der AfD, spricht beim Statement vor Beginn der Fraktionssitzung im Bundestag, am 14. April 2026 in Berlin. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für Alice Weidel war der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ein Vorbild.
    • Nun ist er abgewählt. Immerhin sei dies möglich, im Gegensatz zur EU-Chefin von der Leyen.
    • Doch Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister belehrt die AfD-Chefin über Demokratie.

    Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister ist zwar nicht mehr Parteipräsident, doch das hindert ihn nicht daran, auf «X» kräftig auszuteilen. Zur Zielscheibe auserkoren hat er diesmal AfD-Chefin Alice Weidel. Diese ist aktuell nicht gerade zu beneiden: Am Wochenende wurde ihr europäischer Lieblings-Staatschef Viktor Orbán abgewählt.

    Zählen nur Volkswahlen als demokratisch?

    Weidels Profil auf «X» ziert auch heute noch ein Bild ihres Treffens mit Orbán im Februar vergangenen Jahres. Für ihr Vorbild hatte sie ein Wahlkampf-Video aufgezeichnet, nun verliert die AfD ihren wichtigsten Verbündeten in Europa. Doch dies sei «absolut legitim», so Alice Weidel gegenüber den Medien, «der ungarische Wähler hat entschieden».

    Alice Weidel Viktor Orbán
    Die Profil-Seite von AfD-Chefin Alice Weidel auf «X» ziert auch heute noch ein Bild ihrer Begegnung mit Viktor Orbán. - Screenshot x.com

    Das Video ihrer Stellungnahme postet Weidel jedoch nicht deswegen auf «X», sondern wegen des Nachsatzes. Wie zuvor schon «Welt»-Chefreporterin Anna Schneider erwähnt habe: «Herrn Orbán konnte man abwählen, Frau von der Leyen können wir nicht abwählen.»

    Der oft als «Diktator» bezeichnete Viktor Orbán wäre also ein Vorzeige-Demokrat im Vergleich zur Präsidentin der EU-Kommission.

    Eine Theorie, die Gerhard Pfister nicht unwidersprochen lassen kann. Also antwortet der Nationalrat aus Oberägeri ZG der bekanntermassen nur einen Katzensprung entfernt wohnenden Bundestagsabgeordneten. Denn Weidel lebt mit ihrer Partnerin und den zwei Söhnen in Einsiedeln SZ.

    Gerhard Pfister
    Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister entdeckt Ungereimtheiten in den Aussagen von AfD-Chefin Alice Weidel. - keystone

    «Dann wäre das Land, in dem sie freiwillig wohnt, weniger demokratisch als das Land, für das sie politisiert?», twittert Pfister. «In der Schweiz kann das Volk die Regierung auch nicht abwählen.»

    Noch besser: Das Volk selbst hat 2013 die Initiative für eine Volkswahl des Bundesrats demokratisch abgelehnt. Rund drei Viertel der Stimmenden bevorzugten die demokratische Wahl durch das Parlament.

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    Kommentare

    User #2680 (nicht angemeldet)

    Intelligente und kompetente Frauen haben es heutzutage immer noch schwer. Herrn Pfisters intellektuelles Ego, trieb in wahrscheinlich zu dieser Aussage.

    User #6188 (nicht angemeldet)

    Hat Pfister keine anderen Sorgen?

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