Gerhard Pfister kontert Alice Weidel: Ist die Schweiz undemokratisch?
Für AfD-Chefin Alice Weidel ist Demokratie dann gegeben, wenn das Volk die Regierung wählt. Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister erinnert sie daran, wo sie wohnt.

Das Wichtigste in Kürze
- Für Alice Weidel war der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ein Vorbild.
- Nun ist er abgewählt. Immerhin sei dies möglich, im Gegensatz zur EU-Chefin von der Leyen.
- Doch Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister belehrt die AfD-Chefin über Demokratie.
Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister ist zwar nicht mehr Parteipräsident, doch das hindert ihn nicht daran, auf «X» kräftig auszuteilen. Zur Zielscheibe auserkoren hat er diesmal AfD-Chefin Alice Weidel. Diese ist aktuell nicht gerade zu beneiden: Am Wochenende wurde ihr europäischer Lieblings-Staatschef Viktor Orbán abgewählt.
Zählen nur Volkswahlen als demokratisch?
Weidels Profil auf «X» ziert auch heute noch ein Bild ihres Treffens mit Orbán im Februar vergangenen Jahres. Für ihr Vorbild hatte sie ein Wahlkampf-Video aufgezeichnet, nun verliert die AfD ihren wichtigsten Verbündeten in Europa. Doch dies sei «absolut legitim», so Alice Weidel gegenüber den Medien, «der ungarische Wähler hat entschieden».

Das Video ihrer Stellungnahme postet Weidel jedoch nicht deswegen auf «X», sondern wegen des Nachsatzes. Wie zuvor schon «Welt»-Chefreporterin Anna Schneider erwähnt habe: «Herrn Orbán konnte man abwählen, Frau von der Leyen können wir nicht abwählen.»
Dann wäre das Land, in dem sie freiwillig wohnt, weniger demokratisch als das Land, für das sie politisiert? In der Schweiz kann das Volk die Regierung auch nicht abwählen. Ist deshalb Ungarn demokratischer?
— Gerhard Pfister 🤍💙💛 (@gerhardpfister) April 14, 2026
Der oft als «Diktator» bezeichnete Viktor Orbán wäre also ein Vorzeige-Demokrat im Vergleich zur Präsidentin der EU-Kommission.
Eine Theorie, die Gerhard Pfister nicht unwidersprochen lassen kann. Also antwortet der Nationalrat aus Oberägeri ZG der bekanntermassen nur einen Katzensprung entfernt wohnenden Bundestagsabgeordneten. Denn Weidel lebt mit ihrer Partnerin und den zwei Söhnen in Einsiedeln SZ.

«Dann wäre das Land, in dem sie freiwillig wohnt, weniger demokratisch als das Land, für das sie politisiert?», twittert Pfister. «In der Schweiz kann das Volk die Regierung auch nicht abwählen.»
Noch besser: Das Volk selbst hat 2013 die Initiative für eine Volkswahl des Bundesrats demokratisch abgelehnt. Rund drei Viertel der Stimmenden bevorzugten die demokratische Wahl durch das Parlament.












