Das BAG will mit persönlichen Beratungen an der Haustür die Impfquote erhöhen. Dieses Vorgehen birgt jedoch Gefahren, wie etwa der Konsumentenschutz warnt.
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Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Künftig könnten BAG-Berater von Tür zu Tür ziehen und bezüglich der Impfung beraten.
  • Dieses Vorgehen könnte jedoch Betrügern neue Möglichkeiten bieten.
  • Die Stiftung für Konsumentenschutz und Avenir 50 plus warnen davor.

Das BAG hat zuletzt eine grosse Impfoffensive angekündigt: Dazu zählen Gutscheine für erfolgreiche Impfvermittlung, Busse, in denen man sich spontan impfen lassen kann – und Impfberater.

Diese sollen die Menschen direkt an ihrer eigenen Haustür von der Impfung überzeugen. Doch dieses Vorgehen birgt Gefahren, warnt die Stiftung für Konsumentenschutz. Denn: Betrüger könnten sich die Aktion für ihre Machenschaften zunutze machen.

Konsumentenschutz warnt vor Beratungen an der Haustür

Die Stiftung hält Hausbesuche für «sehr heikel». Geschäftsleiterin Sara Stalder sagt gegenüber den Tamedia-Zeitungen: «Haustürgeschäfte sind buchstäblich ein Einfallstor für allerlei betrügerische Maschen. Wir raten den Leuten immer, sich an der Haustür nicht auf irgendwelche Käufe und Abmachungen einzulassen.»

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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. (Symbolbild) - Keystone

Sie fügt hinzu, die Hausbesuche könnten durch die Anmeldung per Telefon zwar sicherer gestaltet werden. Das Problem, dass das Fälschen von BAG-Ausweisen für Kriminelle kein allzu grosses Hindernis darstellen dürfte, bliebe jedoch bestehen.

Da die Menschen mit BAG-Beratungsgesprächen keine Erfahrungen haben, herrsche zudem Unklarheit über deren regulären Ablauf. Die Alarmglocken, die sonst oft bei betrügerischen Tätigkeiten läuten, könnten somit ausbleiben.

Ältere als Zielscheibe von Betrügern

Auch Avenir 50 plus sieht die Hausbesuche kritisch: «Die Ankündigung von staatlichen Hausbesuchen liest sich wie eine Einladung an Kriminelle, sich als Berater des Bundesamts für Gesundheit auszugeben.» So wird ein Brief von Avenir 50 plus an den Bundesrat zitiert. Die Aktion sei «gefährlich» – vor allem, für ältere Personen und solche, die alleine leben.

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Eine ältere Frau überquert eine Strasse. - Keystone

Kriminelle könnten nämlich unter dem Vorwand der Impfberatung ins Haus gelangen – und dann Wertgegenstände oder Geld mitgehen lassen.

Inwiefern die Impfberatungen an der Haustür schlussendlich durchgeführt werden, ist noch unklar. Gegenüber den Tamedia-Zeitungen betont das BAG, es handle sich bei den Massnahmen lediglich um «Vorschläge». Der Bundesrats-Entscheid steht am Mittwoch, 13. Oktober, an.

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