Gastrosuisse lobbyiert hinter den Kulissen gegen die neue Maskenpflicht auf Restaurant-Terrassen. Diese widerspreche dem gesunden Menschenverstand.
Casimir Platzer hat null Verständnis für die Maskenregel auf den Restaurantterrassen. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf Restaurant-Terrassen gilt neu eine Maskenpflicht, wenn nicht konsumiert wird.
  • Daran hält sich allerdings kaum jemand. Der Gastrosuisse-Chef will die Regel kippen.
  • Casimir Platzer sagt im Interview, dass der Verband beim Bundesrat intervenieren werde.

Seit Montag geniessen Schweizerinnen und Schweizer neue Freiheiten. Für viele eine der wichtigsten: Der Kaffee oder das Feierabendbier auf Restaurant-Terrassen.

Was wohl hilft: Die Gäste kennen die geltenden Schutzkonzepte wie Vierer-Tische bereits aus dem Herbst. Neu hinzugekommen ist allerdings die Maskenpflicht am Sitzplatz, wenn nicht konsumiert wird. Schnell zeigte sich: Kaum jemand hält sich daran.

Gesundheitsminister Alain Berset erklärt (auf französisch) die neuen Masken-Regeln auf den Restaurant-Terrassen. - Youtube/Der Bundesrat

Dabei ist auch nicht zu hundert Prozent geregelt, wann genau die Maske getragen werden muss. Gemäss der Formulierung von Alain Berset ist der Spielraum allerdings gering.

Maskenpflicht Terrasse Coronavirus
Bürgerliche Politiker können der «neuen» Maskenpflicht auf Restaurant-Terrassen gar nichts abgewinnen. Die Regel soll wieder abgeschafft werden. - Keystone

Politiker aus SVP und der Mitte fordern ein sofortiges Ende dieses Regimes. Damit rennen sie bei der Branche offene Türe ein. Im Nau.ch-Interview sagt Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer: «Ich frage mich wirklich, wo da der gesunde Menschenverstand bleibt.»

Gastrosuisse interveniert beim Bundesrat

Der höchste Beizer ärgert sich, dass neben der Gartenbeiz bis zu 15 Menschen ohne Maske und Abstand Partys feiern dürfen. «Und bei uns soll man zwischen jedem Schluck Bier die Maske aufsetzen. Das ist übertrieben», sagt er.

Vor dem Adrianos beim Berner Zytglogge sind sämtliche Tische zur Mittagszeit belegt.
Vor der Pizzeria San Gottardo in der Berner Aarbergergasse warten die ersten Gäste auf ihre Pizza.
Mit der Sonne füllt sich auch diese Terrasse in der Altstadt von Bern.
Noch spärlich besetzt sind die Tische vor der Pizzeria Thurm in der Berner Innenstadt, kurz nach halb12.
... eine Stunde später sind jedoch auch hier fast alle Tische belegt.
Gut besetzt ist die Terrasse der Brasserie Schiller in Zürich beim Sechseläutenplatz.
Das Café Collana beim Zürcher Opernhaus ist zur Mittagszeit ebenfalls gut besucht.
Auch in der Altstadt von Luzern ist um die Mittagszeit viel los, wie hier vor dem Café Heini.
Coronavirus Gastro
Auch hier in der Seitengasse, vor dem Restaurant Fritschi in Luzern, haben die Gastronomen alle Hände voll zu tun.

Dagegen werde sich der Verband zur Wehr setzen, so Platzer. «Wir werden beim Bundesrat darauf plädieren, dass solch inkonsequente Entscheide korrigiert werden.» Weiter setze man sich für eine rasche Öffnung der Innenbereiche ein.

Finden Sie die Maskenpflicht zwischen der Konsumation eine sinnvolle Regelung?

Es sei «unglaublich», dass der Bundesrat bereits über Grossveranstaltungen diskutiere, der Gastro-Branche aber weiterhin keine Perspektive biete. Ob sich das ändert, zeigt sich womöglich bereits am Mittwoch-Nachmittag, wenn der Bundesrat über die neusten Corona-Entscheide informiert.

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