Familienzeit-Volksinitiative kommt laut Initianten zustande
Die im vergangenen Jahr lancierte Familienzeit-Volksinitiative ist laut einer der Initiantinnen, der Grünliberalen Partei GLP, zustande gekommen. Kommende Woche werden sie bei der Bundeskanzlei eingereicht, teilte die Partei am Samstag mit.

Über 136'000 Unterschriften seien gesammelt worden, schrieb die GLP in einem Communiqué. Damit stehe fest, dass genügend gültig bescheinigte Unterschriften eingereicht werden können. Die Initiative werde «mit einer komfortablen Marge» zustande kommen. Der Initiativtext war im April 2025 im Bundesblatt veröffentlicht worden.
Die Initiantinnen und Initianten verlangen mit dem Begehren eine angemessene, bezahlte Elternzeit für Mütter und Väter nach der Geburt ihres Kindes. Die Initiative bringt damit eine bekannte Forderung erneut aufs Tapet. Finanziert werden soll die Elternzeit aus der Erwerbsersatzordnung. Die Frist für das Sammeln der für das Zustandekommen einer Volksinitiative nötigen 100'000 Unterschriften endet am 1. Oktober.
Zur Trägerorganisation der Initiative gehören Alliance F, die Grünen, die GLP, Travail Suisse und die Mitte-Frauen. Unterstützt werden sie von SP, EVP und weiteren Organisationen. Kurz nach der GLP kündigten auch zwei grüne Nationalrätinnen die Einreichung der Volksinitiative an.
Kommt die Initiative tatsächlich offiziell zustande und sagen Volk und Stände Ja dazu, müsste fünf Jahre später die Umsetzung der Initiative stehen. Für die ersten zehn Jahre fordert der Initiativtext je 18 Wochen Elternzeit für Väter und Mütter, die grundsätzlich nacheinander bezogen werden müssen. Höchstens ein Viertel der Elternzeit soll gemeinsam bezogen werden können.
Die Elternzeit kann nicht von einem Elternteil auf den anderen übertragen werden. Die Höhe der Entschädigung orientiert sich grundsätzlich an den Beträgen für Militär- und Zivildienst. Dabei sieht die Initiative vor, dass bei den niedrigsten Löhnen eine Elternzeit-Entschädigung in Höhe des vollen Salärs bezahlt wird.
Im Herbst 2024, bei der Vorstellung der Pläne für die Initiative, rechnete Kathrin Bertschy, GLP-Nationalrätin und Co-Präsidentin des Frauen-Dachverbands Alliance F, vor, dass die Lohnbeiträge um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent erhöht werden müssten. Gemäss einer Ecoplan-Studie sei mit jährlichen Kosten von rund einer Milliarde Franken zu rechnen.
Die Forderung nach einem entschädigten Elternurlaub für Väter und Mütter steht seit Jahren im Raum. Erwerbstätige Mütter haben heute Anrecht auf eine Mutterschaftsentschädigung während 14 Wochen. Und 2020 hiess das Schweizer Stimmvolk zwei Wochen Vaterschaftsurlaub gut; dieser wurde Anfang 2021 eingeführt.
Auslöser für diese Abstimmung war eine Initiative für vier Wochen Vaterschaftsurlaub, mit Erwerbsersatz. Im Parlament setzte sich dann der indirekte Gegenvorschlag für zwei Wochen durch.










