Im westeuropäischen Vergleich hat sich die Schweiz mit der Ehe für alle viel Zeit gelassen. Zu diesem Schluss kommt die ausländische Presse nach der Abstimmung.
Ehe für alle
Die Ehe für alle wurde am Sonntag von einer deutlichen Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer angenommen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Sonntag sprach sich eine deutliche Mehrheit der Schweizer für die Ehe für alle aus.
  • Bei den ausländischen Zeitungen wird der Vergleich zum Rest von West-Europa gezogen.
  • Das Fazit: «Die Schweiz ist eines der Schlusslichter in der Region».

Die Ehe für alle wurde in der Schweiz mit klarem Mehr angenommen. Alle Kantone sowie rund 64,9 Prozent der Stimmberechtigten stimmten am Sonntag deutlich Ja zur Ehe für schwule und lesbische Paare.

Die Freude über die historische Entscheidung ist in der Schweiz riesig und löste auch ein grosses Echo im Ausland aus. So berichtete etwa die britische «BBC» über das Ja und erwähnte, dass die Schweiz diese Entscheidung «als eines der letzten Länder im Westen Europas» traf.

Rosenwasser Ehe für alle
Anna Rosenwasser und ihre Partnerin hören sich die ersten Zwischenergebnisse zur «Ehe für alle» an, auf der Grossen Schanze in Bern.
Ehe für alle Operation
Die Operation Libero feiert das Ja zur «Ehe für alle» mit einem Riesenherz vor dem Progr in Bern.
Operation Libero
Laura Zimmermann, Co-Präsidentin der Operation Libero verfolgt den Abstimmungssonntag auf der Grossen Schanze.
Operation Libero
Der Rest der Operation Libero verbringt den Abstimmungssonntag im Progr in Bern. Die Liberos haben für die «Ehe für alle» Kampagne gemacht.
Glättli Ehe für alle
Grünen-Präsident Balthasar Glättli (ZH) auf der Grossen Schanze in Bern.

In den meisten Ländern unserer Region ist die gleichgeschlechtliche Ehe nämlich bereits legal. Den Anfang machte 2001 die Niederlande, Frankreich folgte 2013, in Deutschland gilt dies seit 2017. Dass es in der Schweiz weitaus länger dauerte, schreibt die «BBC» dem hierzulande geltenden politischen System zu. «Grosse Entscheidungen werden jeweils an der nationalen Urne entschieden und dies kann grosse Änderungen der Sozialgesetzgebung verlangsamen», so der Autor.

Auch der österreichische «Kurier» hebt in seiner Berichterstattung hervor, dass die Schweiz mit der Annahme des Gesetzes «eines der Schlusslichter in Europa» sei.

«Rainbow celebration in Bern»

Die «Süddeutsche Zeitung» konzentriert sich in ihrer Berichterstattung darauf, dass die Schweiz nun sogar noch einen Schritt weiter gehe als Deutschland und auch die Mitmutterschaft erlaube.

Zur Erinnerung: Mit der Annahme des Gesetzes dürfen schwule und lesbische Paare nicht nur heiraten und Kinder adoptieren. Lesbischen Paaren steht auch die Samenspende offen, und wenn die beiden Mütter miteinander verheiratet sind, sind beide mit der Geburt des Kindes Eltern im rechtlichen Sinn. In Deutschland muss hingegen die nicht-leibliche Mutter das Kind in einem solchen Fall adoptieren.

Wie haben Sie bei der «Ehe für alle» abgestimmt?

Spannend: Die «Süddeutsche» streicht in dem Artikel auch heraus, dass sogar in «den sonst konservativ abstimmenden Kantonen der Zentralschweiz» deutlich über 50 Prozent für die Ehe für alle stimmten.

Erfreuliche Worte findet auch «news.com.au» zur Entscheidung der Schweizer. Die australische News-Plattform schreibt über die «Rainbow Celebration in Bern», also der «Regenbogen-Feier in Bern».

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