Die Welt ist auf einen digitalen Super-GAU nicht vorbereitet

Keystone-SDA
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Genève,

Ein UN-Bericht zeichnet düstere Szenarien für den Ausfall von Internet, Strom und Satelliten. Die Welt sei auf digitale Kettenreaktionen kaum vorbereitet.

ARCHIV - Reisende warten vor der Anzeigentafel am Nürnberger Flughafen, die verspätete oder gestrichene Flüge anzeigt. Weltweite Probleme in den Computersystemen störten damals auch...
ARCHIV - Reisende warten vor der Anzeigentafel am Nürnberger Flughafen, die verspätete oder gestrichene Flüge anzeigt. Weltweite Probleme in den Computersystemen störten damals auch... - Keystone/dpa/Daniel Löb

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein UN-Bericht warnt: Der Ausfall digitaler Infrastruktur hätte schlimme Folgen.
  • Satelliten, Stromnetze und Unterseekabel könnten gleichzeitig versagen.
  • Dann drohen Zahlungsprobleme, lahme Spitäler, Flugchaos und Internetausfälle.

Verheerende Folgen bedrohen nach einem UN-Bericht die Menschen, wenn die Grundpfeiler der digitalen Welt plötzlich zusammenbrechen.

Die Länder seien nicht darauf vorbereitet, dass etwa grossflächig Satelliten ausfallen, der Strom unterbrochen wird oder Unterseekabel reissen, berichten die UN-Organisation für Telekommunikation (ITU) und das UN-Büro für Katastrophenvorsorge (UNDRR).

«Kritische digitale Risiken sind real, dokumentiert, systemisch und werden weitgehend unterschätzt», warnen sie.

«Was wäre, wenn morgen Mobiltelefone und das Internet nicht mehr funktionieren würden, Zahlungen fehlschlügen, Krankenhäuser Patientendaten verlieren und Notfallwarnungen nie ankommen würden?», heisst es in dem Bericht.

«Was wie Science-Fiction klingt, könnte Realität werden.» Die Organisationen sprechen von einer «digitalen Pandemie» und stellen drei beängstigende Szenarien vor.

Ein Sonnensturm könnte alles lahmlegen

Wenn die Sonne plötzlich mehr Strahlung und Teilchen ins All schleudert und diese die Erde treffen: An einem Septembertag 1859 hätten bei so einem Ereignis – Vorwarnzeit: höchstens 20 Stunden – Telegrafisten Stromschläge bekommen, Geräte hätten Funken gesprüht und Büros in Brand gesetzt.

Heutzutage würden Signale von Navigationssatelliten gestört, Flugzeuge hätten keinen Live-Radar mehr und Flüge müssten drastisch reduziert werden, autonom fahrende Autos würden stehen blieben, Finanztransaktionen fehlschlagen.

Geomagnetisch induzierte Ströme könnten Transformatoren im Stromnetz zerstören und die Stromversorgung stoppen. Datenzentren kämen an Grenzen, wenn sie ihren Notstrom aufgebracht hätten. Der Ersatz von Transformatoren in grossem Stil könnte Monate dauern.

Hitze und Strommangel bringen Rechenzentren ins Wanken

Mehr Bedarf an Kühlung, gleichzeitig Erwärmung der Flüsse, was den Betrieb von Atomkraftwerken einschränkt und die Befahrbarkeit der Flüsse, was den Nachschub mit Diesel für Notstrom beschränken könnte: Heutzutage wären ungleich mehr Datenzentren mit hohem Strombedarf betroffen als 2003.

Sie könnten teils mangels Kühlung ausfallen, Bezahlterminals könnten Dienste versagen, Geschäfte schliessen.

Fürchtest du dich vor dem digitalen Super-GAU?

Eine regionale Mobilfunk-Infrastruktur, die unabhängig von Datennetzen betrieben werden soll, braucht Basisstationssender, von denen viele ohne Kühlung nicht funktionieren.

Im Gebiet von Tonga hat 2022 eine grosse Eruption des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai unter der Meeresoberfläche massive Schäden verursacht, und unter anderem ein 80 Kilometer langes Unterseekabel zerstört, das den Inselstaat mit der Aussenwelt verband.

So etwas kann einen wochenlangen Internet-Ausfall bedeuten, mit Folgen wie bei den anderen Szenarien.

Die UN fordert analoge Notfallpläne

Meist werde beim Risikomanagement jede Gefahr einzeln betrachtet und davon ausgegangen, dass das Problem kurzfristig behoben werden könne. Die Gefahr sei aber, dass ein einzelnes Problem andere kritische Infrastruktur belasten kann und plötzlich mehrere gleichzeitig betroffen sind.

Nötig seien unter anderem analoge Ausweichkapazitäten. Menschen müssten wissen, wie sie mit analogen Systemen digitale Disruptionen bewältigen und überwinden können.

Kommentare

User #2944 (nicht angemeldet)

Wenn es soweit ist, nehmen viele dann gerne Bargeld an.

User #5290 (nicht angemeldet)

Schlimm wie frustriert die Schreiberlinge hier sind

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