Start des Smile-Satelliten wegen technischer Probleme verschoben
Der Start der Weltraummission «Smile» ist wegen technischer Probleme auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Vorgesehen war der Start für Donnerstag. Mit an Bord ist auch Technologie aus der Schweiz.
Der «Smile»-Satellit soll an Bord einer Rakete ins All befördert werden, um Sonnenstürme zu erforschen. Unter der Leitung von André Csillaghy von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) entwickelte ein Schweizer Konsortium Software für die Mission sowie einen entscheidenden Bestandteil der Hardware, ohne den das Teleskop nicht funktionieren würde.
Vor acht Jahren haben Csillaghy und sein Team von der FHNW, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), und der Schweizer Unternehmen KOEGL Space und Space Acoustics mit der Arbeit an der Mission angefangen.
«Smile» («Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer») ist ein Projekt der europäischen und chinesischen Weltraumorganisationen. Ziel der Mission ist es, das Weltraumwetter besser zu verstehen – und vielleicht sogar vorherzusagen.
Der Satellit ist dafür mit vier wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet: einer Röntgenkamera, einer Ultraviolettkamera, einem Ionenspektrometer und einem Magnetometer. Während die UV-Kamera Polarlichter bis zu 45 Stunden am Stück beobachten kann, soll die Röntgenkamera – genannt «Soft X-ray Imager (SXI)» – als grösstes der vier Instrumente erstmals das sonst unsichtbare Magnetfeld der Erde visualisieren.
Zu dieser Röntgenkamera leistete die Schweiz einen entscheidenden Beitrag: So wurde an der FHNW in Windisch das Kühlsystem für das Teleskop entwickelt, gefertigt und getestet. Beim «Radiator Assembly», wie das Kühlsystem heisst, handle es sich um eine Art Heizkörper, erklärte Csillaghy. «Aber einen Rocket-Science-Heizkörper.»
Der Rocket-Science-Heizkörper ist dafür verantwortlich, die Detektoren auf die erforderlichen Betriebstemperaturen von rund minus 110 Grad Celsius zu bringen. «Ohne diese Kühlung würde die Kamera nicht funktionieren», betont Csillaghy.
Auch Software für die Mission haben Schweizer Forschende beigesteuert. Sie entwickelten Algorithmen, um die Bildqualität der Weitwinkelkamera zu verbessern. «Traditionelle Methoden sind hier etwas beschränkt», so Csillaghy. Deshalb setzt das Team auf künstliche Intelligenz und Deep-Learning-Verfahren, um die relevanten Strukturen sichtbar zu machen. Sobald das Instrument eingeschaltet wird, sind die Forschenden der Hochschule für Informatik FHNW für die Datenauswertung verantwortlich.






