Das sagt Berner SVP-Nationalrat Rüegsegger zur Ernährungs-Initiative

    Der Berner SVP-Nationalrat Hans Jörg Rüegsegger äussert sich in seinem Gastbeitrag zur Ernährungs-Initiative und sagt klar Nein.

    Mann grau Porträtfoto kräftig
    Hans Jörg Rüegsegger ist Nationalrat für die SVP. - zVg

    Die «Initiative für eine sichere Ernährung» oder kurz Vegan-Initiative – will den Selbstversorgungsgrad mit pflanzlicher Ernährung auf 70 Prozent steigern. Ein unrealistisches Ziel oder wir ernähren uns wieder wie zu Kriegszeiten.

    Die Initiative führt direkt in einen Anbauzwang, zurück zu staatlichen Abnahmegarantien, sowie mehr Importabhängigkeit, weniger Wahlfreiheit und steigendem Einkauftourismus. Pro Jahr 300'000 Tonnen Importweizen, Teiglinge und Halbfertigprodukte, so funktioniert der Getreidemarkt.

    Die Vegan-Initiative liegt damit entgegengesetzt zum realen Markt. In der Schweiz werden auf Vertragsbasis rund 380'000 Tonnen Brotweizen produziert. Ein wesentlicher Teil landet regelmässig im Futtertrog, weil die Importe direkt die Inlandproduktion konkurrenzieren.

    Landwirtschaft
    Die Ernährungsinitiative verlangt, die Lebensmittelproduktion vermehrt auf pflanzliche Kost auszurichten. - keystone

    Der Zielkonflikt zwischen einer intakten Natur, einheimischer Produktion und der Wahlfreiheit würde mit der Vegan-Initiative nicht gelöst. Die freie Verfügbarkeit von tierischen Lebensmitteln wie Milchprodukte, Fleisch oder Eier dürfte es in den Schweizer Läden nicht mehr geben.

    Wer keine Lust hat, sich beim Essen bevormunden zu lassen, deckt sich im umliegenden Ausland ein. Die KonsumentInnen in der Schweiz haben bereits jetzt täglich die Wahlfreiheit. Vor dem Einkaufsregal, beim Essen in der Beiz oder zu Hause, sei es mit Fleisch, vegetarisch oder vegan.

    Nebst dem Exportschlager «Schweizer Käse» und Schweizer Fleisch ist eines klar: Solange die Menschen das «Gras lieber rauchen, als fressen», sind wir in der Schweiz auf eine nachhaltige Tierproduktion in allen Regionen angewiesen. Wer sich Nachhaltig ernähren will, kann das bereits jetzt und kauft konsequent Bio-Suisse-Produkte.

    Wie stimmst du bei der Ernährungsinitiative ab?

    Wir alle haben es in der Hand – kauft Schweizer Lebensmittel und wir leisten so einen direkten und aktiven Betrag zu mehr Umweltschutz, stärken die Versorgungssicherheit, sowie zu steigender Anbaubereitschaft der Bauernfamilien.

    Nein – weder die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft, noch die Schweizer Bevölkerung brauchen weitere radikale Experimente. Nein, das Dilemma der Vegan-Initiative ist offensichtlich – sie verkennt die reale Ernährungssicherheit.

    Zum Autor

    Hans Jörg Rüegsegger (*1970) ist Landwirt, Berufsbildner und Nationalrat für die SVP. Er kommt aus Riggisberg. Von 2012 bis 2023 war er Präsident des Berner Bauern Verbands.

    Kommentare

    User #1646 (nicht angemeldet)

    Heute hat das Parlament eine halbe Mrd zusätzlich gesprochen für die Landwirtschaft. Starke Lobyisten. Das Geld wäre bereits bereit für die Gemüsebauern. Es werden jedoch damit Tierhaltung, Tabak- und Weinbau profitieren, das ist klar.

    User #1646 (nicht angemeldet)

    Die SVP konzentriert sich auf ihre "Neutralität". Die schlauen Bauern wissen genau, wenn die Ernährungsinitiative wider erwarten angenommen würde, gäbe es noch mehr Direktzahlungen. Das Geld wäre willkommen, auch wenn die Idee von Frau Herren, nicht auf ihrem Mist gewachsen ist.

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