Der Präsident der Impfkommission, Christoph Berger, sieht wegen der hohen Zahl an Ansteckungen mit dem Coronavirus die Grundversorgung der Schweiz in Gefahr.
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Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen EKIF, spricht während einer Medienkonferenz zur aktuellen Situation des Coronavirus, am 21. Dezember 2021 in Bern. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Christoph Berger warnt, dass die Infektionszahlen zu Personalengpässen führen könnten.
  • Allein mit Impfung und Booster könne dies bei Omikron nicht verhindert werden.
  • Er gesteht auch ein, dass die Booster-Empfehlung für alle über 65 wohl zu spät kam.

Nach Ansicht des Präsidenten der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif) bedroht die Omikron-Variante die allgemeine Versorgung in der Schweiz. Nicht nur in den Spitälern drohten Probleme, sagte Christoph Berger der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Mit Impfen und Boostern allein lasse sich die Situation nicht bewältigen.

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Christoph Berger ist Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen EKIF. - keystone

Die Situation laufe wahrscheinlich aus dem Ruder, warnte Berger. Wenn sich die Neuansteckungen alle zwei bis drei Tage verdoppelten, werde es generell schwierig, etwa wegen Personalengpässen.

Dies sei eine neue Dimension, betonte er. Entsprechend sei die Zahl der Hospitalisationen nicht mehr das einzige Kriterium, das es zu beachten gelte. Die Impfung sei dabei nur eine Massnahme - ohne andere Schritte gehe es nicht.

Berger appelliert an Eigenverantwortung

Konkrete politische Empfehlungen wollte Berger, Kinderarzt am Kinderspital Zürich, nicht machen. Über das weitere Vorgehen müssten der Bundesrat und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) entscheiden.

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Die Vorbereitungen für den SKi Alpin Weltcup am Lauberhorn laufen. (Archivbild) - Keystone

Er persönlich würde in der derzeitigen Lage Grossveranstaltungen meiden, sagte Berger. Dabei gehe es um Eigenverantwortung: «Man muss nicht nur machen, was der Bundesrat sagt». Schutzmassnahmen wie Abstand halten oder Maskentragen seien hinreichend bekannt.

Empfehlung für Ü65-Booster kam wohl ein paar Wochen zu spät

Berger wurde in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit den Auffrischimpfungen hart kritisiert. Dies insbesondere, weil in der Schweiz die Empfehlung für die sogenannte Booster-Impfung später kam als etwa in Israel.

Berger erklärte dazu, es mache einen grossen Unterschied, ob es um den Schutz des Individuums oder der ganzen Bevölkerung gehe.

Kam die Booster-Impfung zu spät?

Rückblickend hätte die Ekif die Booster-Impfung für über 65-Jährige zwei oder drei Wochen vorher empfehlen können, räumte Berger ein. Sobald im Herbst klargeworden sei, dass es bei dieser Gruppe viele Impfdurchbrüche gebe, habe man aber rasch reagiert.

Coronavirus: Auffrischungsimpfungen bald nur noch für Risikogruppe nötig

Was den Booster für die allgemeine Bevölkerung angeht, muss laut dem Ekif-Präsidenten differenziert werden: Wenn in anderen Ländern bereits über eine vierte Impfung diskutiert werde, sei das zwar aus epidemiologischer Sicht sinnvoll. Langfristig solle die Impfung aber dem Schutz vor schwerer Erkrankung dienen.

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Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung auf eine Spritze. Foto: Sven Hoppe/dpa - dpa-infocom GmbH

Irgendwann werde die Bevölkerung eine Grundimmunität haben, zeigte sich Berger zuversichtlich. Auffrischimpfungen seien dann nur noch für besonders gefährdete Personen nötig.

Bei der Kinderimpfung müsse der Entscheid ein individueller sein, bekräftigte Berger frühere Aussagen. Man könne Impflücken bei den Erwachsenen nicht schliessen, indem man Kinder und Jugendliche impfe. Ohnehin sei für die Entwicklung der Kinder am wichtigsten, dass die Schulen offen blieben.

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